Austro-Immobilien, -Vermögen und -Unternehmen in wenigen Händen

Während bei den Einkommen die Unterschiede in Österreich noch nicht extrem sind, liegen bei Immobilien, Unternehmensanteilen und Geldvermögen Welten zwischen der großen Mehrheit der Österreicher und einer deutlichen Minderheit reicher Einheimischer.

Wien – Das reichste Zehntel der österreichischen Bevölkerung besitzt 54 Prozent des gesamten Geldvermögens, erinnert die österreichische Armutskonferenz in einer Aussendung am Freitag. Sie beruft sich darin auf Studien der österreichischen Nationalbank (OeNB) und beklagt die ungerechte Verteilung des Vermögens in Österreich. Demnach besitzt das reichste Prozent der Haushalte 27 Prozent des Geldvermögens.

Auch im Immobilienbereich ortet die Armutskonferenz einen deutlichen Überhang zugunsten weniger. Während 40 Prozent der Österreicher überhaupt keine Immobilie besitzen, verfügen die reichsten 10 Prozent über rund 530 Mrd. Euro des 880 Mrd. großen Gesamtimmobilienvermögens, das sind 61 Prozent.

Bei Firmenanteilen sei die Ungleichheit noch stärker, nur drei Prozent der Haushalte besitzen Anteile an GmbHs. Innerhalb dieser Gruppe besitzen zehn Prozent 92 Prozent aller Anteile.

Einkommensverteilung „gerechter“ aber nicht fair

Weniger unterschiedlich ist laut Studie die Einkommensverteilung. In diesem Bereich sei der Ginikoeffizient nur halb so hoch wie bei der Geldverteilung, wo er bei 0,66 liegt. Der Gini-Koeffizient ist ein Maß für Ungleichheit zwischen Null und Eins, wobei Null eine völlige Gleichverteilung von Vermögen bedeutet, während Eins bedeutet, dass das gesamte Vermögen in einer Hand liegt.

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Die Armutskonferenz weist aber darauf hin, dass Besitzer hoher Geldvermögen laut OeNB nur eingeschränkt erfasst werden könnten. Die tatsächliche Ungleichverteilung könnte noch viel größer sein.

Der Armutskonferenz gehören unter anderem die Caritas, die Österreichische Hochschülerschaft und die Frauenabteilung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes an. Die Mitgliedsorganisationen betreuen und unterstützen nach eigenen Angaben über 500.000 Hilfesuchende pro Jahr. (APA)


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