Berlusconi provoziert mit Euro-Kritik Streit in Italien

Den Euro bezeichnete der italienische Regierungschef zuerst als „seltsame“ Währung. In einer Aussendung ruderte er wenig später zurück.

Rom - Der italienische Premier Silvio Berlusconi sorgt mit Kritik an der europäischen Währung für Polemik. Den Euro bezeichnete der italienische Regierungschef am Freitag als „seltsame“ Währung. Die Renditen italienischer Staatsanleihen seien am Freitag um über sechs Prozent gestiegen. „Sie werden angegriffen, weil niemand an den Euro glaubt, weil es nicht die Währung eines Staates, sondern mehrerer Länder ist“, sagte der Ministerpräsident nach Medienangaben.

„Es handelt sich um eine seltsame Währung, weil dahinter keine Bank und keine einheitliche Wirtschaftspolitik steckt. Das gab es bisher noch nie, daher gibt es spekulative Attacken. Daher ist es schwierig, Staatspapiere zu platzieren“, kommentierte Berlusconi.

Die Worte des Premiers lösten heftige Reaktionen aus. Die Opposition forderte erneut den Rücktritt des Premiers, der nicht mehr an den Euro glaube. Unter dem Druck heftiger Kritik korrigierte Berlusconi seine Aussagen. Er sei missverstanden worden, so der Premier in einer Presseaussendung. „Der Euro ist unsere Währung und unsere Fahne. Um den Euro vor spekulativen Angriffen zu retten, hat sich Italien zu großen Opfern entschlossen“, hieß es.

„Das Problem des Euro, ist dass es sich um die einzige Währung der Welt handelt, hinter der keine gemeinsame Regierung, keinen Staat und keine Bank steckt. Aus diesem Grund kann diese Währung ins Visier spekulativer Angriffe geraten“, so der Premier. (APA)

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