„Schwarzer NBA-Freitag“ - Alle November-Spiele abgesagt

Die Vertreter der Spielergewerkschaft und die Clubeigner konnten sich erneut nicht einigen.

New York - In den Tarifgesprächen der National Basketball Association (NBA) hat es einen folgenschweren Rückschritt gegeben. Nachdem sich Clubeigner und Spielergewerkschaft (NBPA) am 120. Tag des Lockouts erneut nicht auf einen neuen Arbeitstarifvertrag hatten einigen können, sagte Liga-Boss David Stern alle restlichen Spiele im November ab.

„Wir hatten die gemeinsame Hoffnung, die gesamte Saison retten zu können. Aber nachdem die Gespräche abgebrochen worden sind, wird es unter keinen Umständen eine komplette Saison geben“, erklärte Stern am Freitagabend.

Zuletzt gab es beim Arbeitsstopp 1998/99 eine verkürzte Saison. Damals wurde der Grunddurchgang von 82 auf 50 Begegnungen pro Team reduziert und begann erst Anfang Februar. Stern hatte bereits am 10. Oktober 100 Partien der ersten beiden Saisonwochen vom 1. bis 14. November gestrichen. Durch die Absage aller November-Spiele belaufen sich die Verluste beider Seiten auf 350 (247 Mio. Euro) bis 400 Millionen Dollar (282 Mio. Euro). Hinzu kommen aufgrund der entfallenen Vorbereitungspartien weitere 200 Millionen Dollar (141 Mio. Euro) Einbußen.

Am Donnerstag hatten sich Besitzer und Gewerkschaft noch angenähert. Man sei nahe dran, einen Deal auszuhandeln, hatte NBPA-Geschäftsführer Billy Hunter anschließend betont. Am Freitag kamen die Gespräche jedoch erneut zum Stillstand. „Heute war einfach nicht der Tag, um die Sache zu beenden“, meinte NBPA-Präsident und Lakers-Profi Derek Fisher.

Wie schon in der Vorwoche, als beide Seiten im Beisein des staatlichen Vermittlers George Cohen ebenfalls drei Tage nacheinander verhandelt hatten, ohne entscheidend voranzukommen, war die prozentuale Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar (3,04 Mrd. Euro) der unüberbrückbare Punkt. Die Eigner offerierten eine 50:50-Lösung, die Profis beharrten auf den von ihnen geforderten 52 Prozent. „Billy Hunter hat gesagt, dass er nicht gewillt ist, auch nur einen Penny unter die 52-Prozent-Marke zu gehen“, sagte Stern.

Jeder Prozentpunkt ist rund 40 Millionen Dollar (28,2 Mio. Euro) wert. Beide Seiten trennen derzeit somit knapp 80 Millionen Dollar (56,5 Mio. Euro). Ein neuer Gesprächstermin steht noch nicht fest. Aufgrund des verkürzten Spielplans verringern sich automatisch die Einnahmen. Somit wird das Angebot der Eigner unverzüglich geringer. Stern machte bereits deutlich, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach kein neues 50-Prozent-Angebot der Liga geben werde. Man müsse jetzt sehen, wie groß der Schaden sei und neu kalkulieren, erklärte der Commissioner. (APA, dpa)


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