Schwerer Anschlag auf ISAF in Kabul forderte 17 Menschenleben

Der Angreifer in Kabul habe sich in einem mit Sprengstoff gefüllten Auto in die Luft gesprengt. NATO-Soldaten und Zivilisten wurden getötet.

Kabul - Bei einem schweren Selbstmordanschlag auf die ISAF in Kabul sind am Samstag nach Angaben der Internationalen Schutztruppe fünf Soldaten und acht zivile Angestellte der Schutztruppe getötet worden. Der Attentäter steuerte sein mit Sprengstoff gefülltes Fahrzeug in einen US-Konvoi in der afghanischen Hauptstadt.

Neben US-Amerikanern ist unter den Toten laut dem kanadischen Verteidigungsministerium auch ein kanadischer Soldat. Außerdem starben nach afghanischen Regierungsangaben vier Afghanen, darunter zwei Schulkinder. Die Taliban bekannten sich zu der Tat, die nach ihren Angaben amerikanischen Militärausbildnern galt.

Im Süden Afghanistans wurden am Samstag außerdem drei australische ISAF-Soldaten und ein Übersetzer getötet. Nach afghanischen Armeeangaben eröffnete ein afghanischer Soldat das Feuer, der bei dem anschließenden Gefecht ebenfalls getötet wurde. Im Osten des Landes sprengte sich am Samstag eine junge Selbstmordattentäterin in die Luft und verletzte zwei Polizisten.

Der Kommandant der NATO-geführten ISAF, US-General John Allen, wertete die jüngste Gewaltwelle als Zeichen der Schwäche der Taliban. Die Anschläge der Aufständischen sollten „die Tatsache verschleiern, dass sie Territorium, Unterstützung und Kampfeswillen verlieren“, sagte er. „Die Feinde des Friedens sind keine Märtyrer, sondern Mörder.“ Präsident Hamid Karzai kondolierte am Sonntag den Angehörigen der Opfer der Anschläge vom Vortag.

Bei dem Anschlag in Kabul wurden acht weitere Afghanen verletzt, darunter zwei Kinder, wie das Jamhuriyaat-Krankenhaus mitteilte. Nach ISAF-Angaben wurden auch vier ausländische Soldaten verwundet. Im Mai vergangenen Jahres waren bei einem Selbstmordanschlag in Kabul 18 Menschen getötet worden, darunter fünf US-amerikanische und ein kanadischer Soldat. In den vergangenen Monaten war es zwar zu mehreren spektakulären Kommando-Operationen der Taliban in Kabul gekommen, nicht aber zu derart blutigen Selbstmordanschlägen.

Am Sonntag kam in Kabul der afghanische Sicherheitsrat unter Präsident Karzai zusammen, um über die zweite Gruppe Regionen zu beraten, in denen die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung von der NATO übernehmen sollen. Nach vorläufigen Angaben der zuständigen Behörde (Independent Directorate of Local Government

IDLG) sollen 17 der 34 afghanischen Provinzen teilweise oder ganz übergeben werden.

Die ISAF teilte am Sonntag mit, in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sei ein Anführer der Aufständischen getötet worden. Ein Taliban-Kämpfer sei gefangen genommen worden. Bei weiteren Einsätzen im Süden und Osten des Landes seien in den vergangenen Tagen mehrere Aufständische getötet oder gefangen genommen worden. (APA/dpa)


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