Dreijährige nach Routineeingriff in Innsbrucker Klinik gestorben

Die Verantwortlichen haben laut Tilak Selbstanzeige erstattet. Nach dem ungeklärten Tod eines dreijährigen Mädchens ermittelt das Landeskriminalamt an der Kinderklinik.

Von Elke Ruß und Mario Zenhäusern

Innsbruck – Am Freitagvormittag verstarb ein dreijähriges Mädchen auf der Intensivstation der Innsbrucker Kinderklinik. Offenbar war das Kind vom Bezirkskrankenhaus Schwaz an die Kinderklinik überwiesen worden, nachdem es bereits am 15. Oktober beim Spielen Klebstoff verschluckt hatte. Aufgrund akuter Atemprobleme wurde die Dreijährige zu weiteren Untersuchungen an die HNO-Klinik geschickt und intubiert.

Nach diesem Eingriff, der unter Narkose erfolgt, wurde das Mädchen an der Pädiatrischen Intensivstation weiterbehandelt. Dort verschlechterte sich der Zustand der Dreijährigen so massiv, dass sie Freitagvormittag verstarb. Wie im Fall der vierjährigen Nadina aus Kufstein, die nach einer Leistenbruch-OP schwer behindert ist, soll als Narkosemittel Propofol verwendet worden sein.

„Alle Verantwortlichen arbeiten derzeit mit Hochdruck daran herauszufinden, welche genauen Umstände zur dermaßen drastischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Kindes geführt haben und die es schließlich auch den Ärzten unmöglich gemacht haben, dem Mädchen zu helfen“, hieß es gestern in einer schriftlichen Stellungnahme der Tilak. Ein Interview wurde mit Verweis auf einen Wunsch der Eltern abgelehnt.

Als ersten Schritt haben die Verantwortlichen eine Obduktion angeordnet, außerdem hat die Tilak „vorsorglich Selbstanzeige erstattet. Wir wissen derzeit noch nicht, ob schuldhaftes Verhalten von irgendeiner Seite mit schuld am tragischen Tod der Dreijährigen ist.“ Sollten die Untersuchungen „Anzeichen in diese Richtung ergeben, werden wir alle notwendigen Konsequenzen einleiten“. Alle in die Behandlung eingebundenen Mitarbeiter seien „zutiefst betroffen und sprechen den Eltern des Mädchens ihr aufrichtiges Beileid aus“.

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Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts, bestätigt zwar die Ermittlungen, aber nicht mehr: „Wir sind am Freitagnachmittag von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft damit beauftragt worden.“ Allerdings würden seine Beamten erst am Anfang ihrer Arbeit stehen, weshalb er über etwaige Ergebnisse noch keine Angaben machen könne. Gleiches gelte für die Frage, ob schuldhaftes Verhalten der Behandler vorliege.


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