Mehr als 40 Tote bei Kämpfen in Syrien

Bei schweren Kämpfen zwischen syrischen Soldaten und Deserteuren der Armee sind nach Angaben von Aktivisten am Samstag mehr als 40 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, kam es in der Protesthochburg Homs und in der Provinz Idleb zu Zusammenstößen. Die Arabische Liga verurteilte die anhaltende Gewalt im Land.

In Homs im Zentrum des Landes war es nach Angaben der Aktivisten bereits in der Nacht zu schweren Zusammenstößen zwischen Soldaten und Deserteuren gekommen, bei denen mindestens 17 Menschen getötet wurden. Im Laufe des Samstags kamen dann erneut mindestens 20 Soldaten ums Leben, mehr als 50 weitere wurden verletzt. In Homs wurden nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle am Samstag zudem mindestens zwölf Zivilisten getötet.

In der Provinz Idleb griffen Deserteure den Angaben zufolge aus einem Hinterhalt einen Bus mit Soldaten an. Bei dem Angriff wurden demnach zehn Sicherheitskräfte und ein Soldat getötet, der sich der Protestbewegung angeschlossen hatte. In den vergangenen Wochen war es immer häufiger zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Armee und Deserteuren gekommen.

Am Freitag hatte Syrien einen der blutigsten Tage seit Wochen erlebt. Bei Protesten nach den Freitagsgebeten wurden im ganzen Land mindestens 36 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Die Menschen hatten die internationale Gemeinschaft aufgerufen, nach dem Vorbild Libyens auch in Syrien eine Flugverbotszone durchzusetzen, um Zivilisten vor den Übergriffen der Sicherheitskräfte zu schützen.

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In ungewohnt scharfen Worten verurteilte eine Delegation der Arabischen Liga die „anhaltende Tötung von Zivilisten“. Eine Ministervertretung der Staatengruppe rief Präsident Assad am Freitagabend auf, sich für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen. Das Komitee wollte in Katar am Sonntag mit syrischen Regierungsvertretern zusammentreffen, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen.Am Samstag forderte auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erneut ein sofortiges Ende der Militäreinsätze gegen Zivilisten.


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