Ermittlungen gegen Timoschenko auch in Mordfall

Gegen die in einem international kritisierten Prozess wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilte frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko soll jetzt auch in Zusammenhang mit einem Mordfall ermittelt werden. Staatsanwälte wollen untersuchen, ob die inhaftierte Timoschenko bei dem Mord an einem Parlamentarier eine Rolle gespielt habe.

Dabei gehe es um den Auftragsmord an dem Abgeordneten Yevhen Shcherban, der 1996 auf einem Flughafen erschossen wurde, zitierte die Nachrichtenagentur UNIAN den stellvertretenden Generalstaatsanwalt Renat Kuzmin. Es gebe Hinweise, dass Julia Timoschenko in die Tat verstrickt sei, ebenso wie der damalige Ministerpräsident Pavlo Lazarenko. Lazarenko befindet sich in den USA wegen Geldwäsche und Betrugs in Haft.

„Wir haben das Protokoll eines in den USA befragten Zeugen, in dem der Zeuge direkt erklärt, dass der Mord an Shcherban mit Geld von Konten Lazarenkos und Timoschenkos bezahlt wurde“, sagte Kuzmin. „Wir haben die Dokumente und wollen sie prüfen.“

Timoschenkos Sprecherin Natalya Lisova wies die Anschuldigung zurück: „Das ist absurd. Das Verlangen der Regierung, jegliche politische Opposition los zu werden, hat alle Grenzen überschritten.“ Auch Lazarenko ließ in den Medien jegliche Verstrickung seiner Person in den Mord an dem Abgeordneten bestreiten.

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Die Oppositionspolitikerin Timoschenko ist jüngst wegen angeblichen Amtsmissbrauchs rund um einen Gasvertrag mit Russland zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe und hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.


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