Schneechaos in den USA: Mindestens neun Tote

Ein überraschend früher und starker Wintereinbruch hat an der Ostküste der USA für zum Teil chaotische Zustände gesorgt.

State College – Ein vorzeitiger Wintereinbruch hat an der Ostküste der USA am Wochenende zu einem Verkehrschaos und massiven Stromausfällen geführt. Wegen plötzlichen Schnee- und Eisregens gab der US-Wetterdienst eine Sturmwarnung für weite Teile der Region heraus. Medienberichten zufolge starben in den Bundesstaaten Connecticut, Massachusetts, New Jersey und Pennsylvania mindestens neun Menschen durch das Schneechaos.

Nach Angaben der Behörden fielen in einigen Gebieten der Nordostküste allein am Samstag bis zu 30 Zentimeter Schnee. Auch die Metropole New York war von dem plötzlichen Wintereinbruch betroffen, hier schneite es das erste Mal seit 135 Jahren im Oktober. Die Behörden warnten vor weiterem heftigem Schneefall, eisigen Temperaturen und starken Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern.

Notstand ausgerufen

Der Gouverneur von New Jersey rief für seinen Bundesstaat den Notstand aus. Allein hier waren rund 500.000 Menschen ohne Strom. Mehr als 3,2 Millionen Haushalte an der Ostküste waren ohne Strom. Örtlichen Medien zufolge starb in Connecticut ein Mensch bei einem Verkehrsunfall auf eisglatten Straßen, in Massachusetts erlitt ein Mann einen tödlichen Stromschlag, nachdem ein Strommast umknickte. In Pennsylvania wurde ein Mensch von einem Baum erschlagen, der unter dem Gewicht der Schneemassen einstürzte.

Der Flug-, Schienen- und Straßenverkehr wurde durch den einbrechenden Winter stark beeinträchtigt. Besonders betroffen waren die Verbindungen zwischen Washington und Boston. Zwischen Philadelphia und Harrisburg wurde wegen Signalproblemen der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. Am Flughafen Newark bei New York gab es Verspätungen von rund sechs Stunden, wie die US-Luftfahrtbehörde mitteilte. Ähnlich war die Situation am New Yorker Flughafen JFK sowie am internationalen Flughafen in Philadelphia.

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Demonstranten harren aus

Die Demonstranten gegen die Macht der Banken ließen sich in New York indes von dem Wetter nicht die Laune verderben. „Schnee? Welcher Schnee? Ich habe ein Land, um das ich mich sorgen muss“, stand auf einem Schild, das eine Demonstrantin am Eingang des Camps hochhielt, das die Wall-Street-Kritiker Mitte September im Zuccotti-Park in New York errichtet hatten.

Sie versorgten sich dort mit Suppe und heißen Getränken. In Washington zogen rund 100 Demonstranten im Schnee- und Eisregen vom Finanzministerium zum Weißen Haus und forderten die Einführung einer Bankensteuer. (APA/dpa/ AFP/dapd)


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