Stuttgart 21 - Erster Zug soll 2019 einfahren

Nach der gewonnenen Volksabstimmung zu Stuttgart 21 stehen für die Deutsche Bahn die Signale auf grün für die Fertigstellung des umstrittenen Großprojekts.

Stuttgart - „Es ist zwar eine große Herausforderung für uns. Aber im November 2019 soll der erste Zug in den Stuttgarter Tiefbahnhof einfahren“, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich am Sonntag in Stuttgart der Nachrichtenagentur dpa. Durch die vielen Unterbrechungen sei man beim Bau von Stuttgart 21 zwar ein Jahr im Verzug. „Die Bahn sieht aber gute Chancen, dies wieder einzuholen“, erklärte Dietrich.

Derzeit liefen die Arbeiten am Grundwasser-Management, im Gleisvorfeld und an der Neubaustrecke weiter. „Die größeren Maßnahmen beginnen im Januar“, kündigte Dietrich an. Danach stehe der Abriss des Südflügels und das Beseitigen der Bäume an. Dann werde die Baufläche vorbereitet. Zur Jahresmitte sollen die Tunnelarbeiten beginnen. „Das werden wir jetzt alles hinbekommen“, sagte Dietrich optimistisch. Im Moment seien ihm keine größeren Nachbesserungen bekannt. „Aber bei einem Projekt, das seit 17 Jahren läuft, muss man optimale und aktuelle Erkenntnisse umsetzen“, erklärte Dietrich.

Die Ankündigungen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und seinem Vize Nils Schmid (SPD), wonach das Bundesland Baden-Württemberg nicht mehr als die vereinbarten 930 Millionen Euro für Stuttgart 21 beisteuern wird, registrierte der Projektsprecher gelassen. „Was im Koalitionsvertrag drin steht, ist eine politische Erklärung. Was in der Finanzierungsvereinbarung drin steht, ist ein Vertrag.“ Falls Mehrkosten kommen, werde man sich darüber verständigen. „Alle wollen das Projekt: die Bürger, die Parteien, die Bahn - da wird man eine Lösung finden. Es wäre das erste Mal, dass Projektpartner, die ein gemeinsames Ziel haben, nicht eine Lösung finden würden.“

Das Ergebnis der Volksabstimmung sei ein guter Tag für Baden-Württemberg, für die Bürger und für den Wirtschaftsstandort. „Nun kann man das Projekt vernünftig durchziehen“, sagte der Leonberger Unternehmer. Er geht davon aus, dass die massiven Proteste gegen Stuttgart 21 abnehmen werden. „Das Projekt hat jetzt den Rückhalt der Bürger. Die Gegner sprechen für eine Minderheit“, urteilte Dietrich. Die Aussagen von Ministerpräsident Kretschmann und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) würden „zur Befriedung beitragen“. Zum Imageverlust der Deutschen Bahn durch den Konflikte sagte Dietrich: „Alle haben gelernt“. Es werde jetzt offener kommuniziert. Eines stehe fest: „Die harte Eskalation darf sich nicht wiederholen.“ (APA/dpa)

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