Fünfeinhalb Jahre Haft für leitenden Flughafenmitarbeiter

Über Jahre hat der einstige EDV-Leiter des Innsbrucker Flughafens Geld unterschlagen. Insgesamt 2,7 Millionen Euro steckte er in die eigene Tasche.

Innsbruck – Der 53-Jährige einstige IT-Leiter des Flughafens Innsbruck zeigte sich am Montag zur 2,7 Mio. Euro Betrugsanklage voll geständig.

Aus Frust über seine Arbeitsüberlastung und Nicht-Anerkennung habe er im Jahr 2002 begonnen, sein eigenes „Unternehmen“ im Flughafen zu gründen. Über diese Firma ließ er dann gefälschte Rechnungen und Beträge über erdachte Arbeitsleistungen auf seine Privatkonten fließen.

Erst später umging der gebürtige Steirer auch das vorgeschriebene Vieraugenprinzip, in dem er die Unterschriften seiner Kollegen fälschte. Dies wurde dem Mann letztlich nach achteinhalb Jahren der Betrügerei zum Verhängnis. Fiel doch Flughafen-Direktor Falch eine eigenartig aussehende Paraffe auf. Er ging der Sache nach, bis Leichen von 2,7 Millionen Euro im Keller des Angeklagten auftauchten.

Verbleib des Geldes rätselhaft

Richterin Helga Moser fragte den Angeklagten am Montag kopfschüttelnd, was er denn mit monatlich 30.000 Euro netto Zusatzeinkommen gemacht habe. Der Mann wollte es für teure Autos und Harley-Davidson-Maschinen ausgegeben haben. Sogar die dem Flughafen mittlerweile hypothekarisch übertragenen Liegenschaften des Angeklagten, sind darlehensmäßig belastet. Der Verbleib des Geldes bleibt also mysteriös.

Verteidiger Hermann Holzmann wies jedoch auf die Unbescholtenheit, die Schadenswiedergutmachungsregelung mit dem Flughafen von 60.000 Euro und das reumütige Geständnis hin. Richterin Helga Moser wertete dies jedoch nur eingeschränkt, da der Angeklagte anfangs jeweils nur das zugegeben hatte, was man ihm auch sicher nachweisen konnte.

665.000 Euro wurden dem Flughafen vorab zugesprochen. Für die fünfeinhalb Jahre Haft erbat der Ex-Buchhalter Bedenkzeit. Bis zu 10 Jahre Haft wären möglich gewesen. (fell)


Kommentieren


Schlagworte