UNO-Klimakonferenz hat in Südafrika begonnen

Bis 9. Dezember ringen die rund 20.000 Delegierten und Politiker aus 190 Staaten um ein Folgeabkommen für den Koyoto-Vertrag.

Durban – In Anwesenheit des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma hat am Montag der 17. UN-Klimagipfel in Durban begonnen. Etwa 20.000 Delegierte, Experten, Politiker, Funktionäre und Journalisten aus rund 190 Staaten werden an der Konferenz teilnehmen. Im Mittelpunkt der zwölftägigen Veranstaltung steht das Bemühen um ein Folgeabkommen für den Kyoto-Vertrag, der Ende 2012 ausläuft.

Experten und Politiker sind allerdings skeptisch, ob wenigstens ein Fahrplan aufgestellt werden könne, der in absehbarer Zeit zu einem international verbindlichen Abkommen über die Begrenzung der klimaschädlichen Emissionen führt. Vor allem die USA und China scheinen bisher kaum zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. In beiden Staaten, die für etwa 40 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich sind, herrscht die Befürchtung, dass Klimaschutzmaßnahmen Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze gefährden könnten. Zu der Veranstaltung werden keine Regierungschefs aus den wichtigen Industriestaaten erwartet.

Österreichs Klimazahlungen fließen ab 2014

Wenn Österreich wie anzunehmen seine Klimaverpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll verfehlt, wird die Republik die fehlenden Millionen Tonnen CO2 auf dem freien Markt zukaufen müssen. Dies werde voraussichtlich ab 2014 der Fall sein, sagte Umweltminister Berlakovich (ÖVP) am Montag. Die Gelder sollen aber durch die Einnahmen aus dem Emissionshandel gedeckt sein, versicherte er. Insgesamt 530 Mio. Euro gibt Österreich zur Stopfung seines Lochs in der Klimabilanz außerdem für „Grüne“ Zertifikatszukäufe (JI/CDM) aus dem Ausland aus, wie der Minister einräumte. Kommendes Jahr läuft das Kyotoprotokoll aus.

Die 600 Mio. Euro, die Österreich für den Ankauf von Verschmutzungsrechten zukaufen muss, sind laut Berlakovich eine vorläufige Schätzung, wie er erneut betonte. Schließlich wisse man noch nicht, wie groß die Lücke auf die Kyoto-Vorgaben sein werden und wie teuer die Tonne CO2 bei dem finalen Zukauf sein wird.

Was die am Montag gestartete UNO-Klimakonferenz angeht, segelt Österreich wie üblich auf der akkordierten EU-Linie mit. Deren Eckpunkte: Die EU trage mittlerweile nur mehr elf Prozent der globalen Treibhausgasausstöße mit. Man verlangt ein verbindliches Verhandlungsmandat für ein neues, umfassendes rechtsverbindliches Abkommen von der Klimakonferenz. (APA/dpa)


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