Wiener AKH: Hunderte Ärzte kamen zu Protestversammlung

Am Dienstag machten die Mediziner öffentlich auf die drohenden Einsparungen am größten Krankenhaus des Landes aufmerksam.

Wien – Im großen Foyer des Wiener Allgemeinen Krankenhauses hat am Dienstag die Farbe Weiß dominiert: Hunderte Ärztinnen und Ärzte waren gekommen, um an der ersten öffentlichen Protestversammlung im Zusammenhang mit der laufenden Spardebatte teilzunehmen. Sie lauschten dabei nicht nur den Worten ihres Betriebsrats, sondern auch jenen prominenter Ex-Patienten, die ihre Solidarität bekundeten.

„Wir wollen doch nicht, dass es für das AKH ‚Last Christmas‘ heißt“, malte dabei etwa der Moderator Günther Frank ein düsteres Bild der AKH-Zukunft - mit Verweis auf den derzeit wohl berühmtesten „Bewohner“ des Spitals, den ehemaligen „Wham!“-Sänger George Michael. Während dieser erwartungsgemäß nicht zu der Versammlung erschien, lobten Otto Schenk, Ex-Politikerin Freda Meissner-Blau und Unternehmer Attila Dogudan bei ihrem Auftritt die Arbeit der AKH-Ärzte.

Zum Auftakt skizzierte der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen Personals, Ärztekammer-Vizepräsident Thomas Szekeres, noch einmal die drohenden Einschnitte. Er verwies etwa auf die geplanten Einsparungen bei den Journaldiensten und warnte vor verlängerten Wartezeiten bei Operationen. Werde das AKH „heruntergefahren“, sei dies weder wirtschaftlich noch medizinisch sinnvoll, versicherte er.

„Das ganze ist vergleichbar mit einem Autobus, der nur halb besetzt ist“, so Szekeres. Die Betriebskosten blieben gleich, lediglich die Einnahmen würden geringer ausfallen. Der Ärztevertreter kündigte weitere Aktivitäten an: „Wir kämpfen weiter, bis die Politik das Haus finanziert.“

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Anlass für die Aktivitäten sind die Budgetnöte der Medizinischen Universität Wien, an der die AKH-Ärzte angestellt sind. Mit 1. Februar 2012 werden im größten Spital des Landes die Journaldienste reduziert, wie die Med-Uni am Montag bekanntgab. Künftig sollen 146 statt 172 Ärzte pro Nacht bzw. am Wochenende im Einsatz sein.

Unzufrieden mit den Einsparungen am Wiener AKH zeigt sich auch Gesundheitsminister Stöger. Die Uni-Krankenanstalten hätten die Aufgabe, den Menschen auch entsprechend medizinisch zu versorgen, erklärte er am Dienstag. Gleichzeitig dachte Stöger gesetzliche Änderungen an, wie man die Versorgung besser garantieren könne.

Wissenschaftsminister Töchterle zeigte Verständnis für die Nöte der AKH-Leitung. Er erklärte, dass mittlerweile 50 Prozent des Budgets für Patientenleistungen aufgewendet werden müssten, obwohl die Uni-Klinik grundsätzlich vor allem für Ausbildung und Forschung die Verantwortung trage. Töchterle will nun eine besser Koordinierung der Finanzierung des AKH. (APA)


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