Haftbefehl vom IStGH gegen Ex-Präsidenten Gbagbo

Gegen den Ex-Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist nach Angaben seines Anwalts ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) ausgestellt worden. Gbagbo, der in seinem Heimatland wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit festgehalten wird, sei darüber am Dienstag vom Generalstaatsanwalt der Elfenbeinküste in Kenntnis gesetzt worden.

Der Haager Strafgerichtshof wollte die Meldung der Zeitung „Le Monde“ zunächst nicht kommentieren, dementierte sie aber auch nicht. Auch für Medienberichte, wonach Gbagbo bereits in Kürze nach Den Haag ausgeliefert werde solle, gab es beim IStGH vorerst keine Bestätigung.

Dem 66-jährigen Ex-Präsidenten droht nach Angaben des UNO-Sondergesandten Choi Young Jin vom Juni dieses Jahres eine Anklage wegen des Todes von mehreren hundert Menschen. Gbagbo hatte trotz einer klaren Wahlniederlage im vergangenen Jahr noch monatelang an seinem Amt festgehalten und war mit Waffengewalt gegen den rechtmäßig gewählten Präsidenten Alassane Ouattara vorgegangen.

Bis zur Festnahme Gbagbos in der Elfenbeinküste im vergangenen April waren den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mehr als 1.000 Menschen zum Opfer gefallen. Laut Choi wird Gbagbo konkret für den Tod von 325 Menschen verantwortlich gemacht.


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