Verletzte Soldaten zurückgekehrt - Lage im Kosovo „unberechenbar“

Kommandant Franz Pirker sagte im Telefoninterview, dass die Schutztruppe ihren Auftrag trotz der jüngsten Eskalation weiter erfüllen werde.

Wien - Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Nordkosovo mit verletzten KFOR-Soldaten bleibt die Lage vor Ort angespannt. Eine neuerliche Eskalation ist nicht auszuschließen, sagte Oberstleutnant Franz Pirker in einem Telefoninterview mit der APA.

„Wir werden den Auftrag weiter erfüllen.“, sagte Pirker am Mittwoch. Derzeit sei die Lage vor Ort „ruhig“. Es herrsche das normale Aufkommen an den von Kosovo-Serben errichteten Straßenbarrikaden, sagte Pirker. Da aber die KFOR-Soldaten den Auftrag haben, diese weiter zu räumen, ist eine neuerliche Eskalation nicht auszuschließen.

Der Grund für die Zusammenstöße zwischen Kosovo-Serben und Soldaten der KFOR am Montag war die Räumung einer von ortsansässigen Serben errichteten Straßensperre im nordkosovarischen Dorf Jagnjenica.

Gezielte Schüsse außergewöhnlich

Pirker berichtet, dass die Gewalt dabei aber nicht nur von „Hooligans“ aus Serbien ausgegangen sei, sondern auch von Ortsansässigen. Vor allem die gezielten Schüsse, die am Montag gefallen sind, dürften von Ortsansässigen gekommen sein, denn dafür seien Orts- und Geländekenntnisse erforderlich. Der gezielte Beschuss von Personen sei auch das Besondere an den aktuellen Zusammenstößen gewesen. „Das hatten wir bisher nicht“, so Pirker.

Dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen ist, sei an sich aber nicht überraschend gewesen. Denn der Konflikt schwelt seit dem Sommer. Hintergrund ist der Streit um die Kontrolle über zwei Grenzübergänge nach Serbien. Die ethnischen Serben halten seit Mitte September die wichtigsten Verkehrswege unter Blockade, um gegen die Anwesenheit kosovo-albanischer Zöllner an den beiden Grenzübergängen Jarinje und Brnjak im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo zu protestieren.

Rücktransport verletzter Soldaten

Am Mittwochnachmittag ist indes die erste von zwei Transportmaschinen mit verletzten österreichischen Soldaten an Bord am Militärflugfeld Hörsching eingetroffen. Die zweite C-130 Hercules wird um etwa 17:15 Uhr in Hörsching landen, teilte das Militärkommando Oberösterreich in einer Aussendung mit. (APA)


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