Bawag Contemporary zeigt van-Lieshout-Schau

Mit Werbebotschaften kennt Erik van Lieshout sich aus. „Letzte Chance“ steht hier in Signalfarben über der ganzen Wand. Oder Rem Kohlhaas‘ Slogan „Echter Luxus ist nichts zu kaufen“, mit dem der niederländische Künstler nicht nur seinem Landsmann und berühmten Architekten zitiert, sondern auch im südholländischen Einkaufszentrum Zuidplein ungewöhnliche Reaktionen provozierte.

Der im heruntergekommenen Shoppingkomplex entstandene Film „Commission“ steht im Zentrum der neuen Installation im Kunstraum Bawag Contemporary. Und die Ausstellung ist auch nicht zu übersehen, denn an der schwarzgläsernen Außenfassade am Wiener Franz-Josefs-Kai prangt in rosa Lettern der Schriftzug: „Erik makes Happy“ (Erik macht glücklich).

Das Projekt von van Lieshout ist inhaltlich auf mehreren Ebenen angesiedelt, untersucht soziale Spannungsfelder, stadtpolitische Entscheidungen, ökonomische Zwänge und das Verhältnis von privaten und öffentlichen Räumen. Das Einkaufszentrum wurde 1968 errichtet, galt als utopische Vision für zukünftigen Reichtum, entwickelte sich im Lauf der Zeit jedoch zu einem Ort der Armen und Arbeitslosen.

Filmen war für den Künstler in dem Gebäude als Besucher nicht erlaubt, weswegen sich van Lieshout für drei Monate ein Geschäftslokal mietete und dort mit Plakaten des ermordeten Rechtspolitikers Pim Fortuyn oder markigen Konsum- und Anti-Konsum-Sprüchen für Diskussionen und Auseinandersetzungen sorgte.

Der Ausstellungsraum wurde selbst in eine Art Konsumraum verwandelt, großflächige Slogans und die Leinwand im Eingangsbereich zieren das alles andere als subtile Erscheinungsbild. „Wie ein Fitnesscenter“, zeigte sich van Lieshout erfreut, von dem kürzlich auch Zeichnungen für die zeitgenössische Sammlung der Albertina erworben wurden. Die Ausstellung in der Bawag Contemporary ist ab Donnerstag bis 29. Jänner zu sehen.


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