Kranke Timoschenko scheitert mit Prozess-Anträgen

Die 51-Jährige nahm wegen Krankheit nicht an der Anhörung am Donnerstag teil. Das Gericht lehnte mehrere Befangenheitsanträge ab.

Kiew – Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist zu Beginn ihrer Berufungsverhandlung mit mehreren Anträgen gescheitert. Bei der ersten Anhörung lehnte ein Gericht in der Hauptstadt Kiew mehrere Befangenheitsanträge ab. Auch der Appell der Verteidigung, die Verhandlung am Donnerstag wegen des schlechten Gesundheitszustandes der Oppositionsführerin zu verschieben, wurde abgewiesen. Die 51-Jährige nahm wegen Krankheit nicht teil.

Das Europäische Parlament in Straßburg forderte unterdessen in einer Resolution, dass Timoschenko nicht wegen ihrer umstrittenen siebenjährigen Haftstrafe von der Parlamentswahl 2012 in der Ukraine ausgeschlossen werden dürfe. Andernfalls dürfe die EU das geplante Assoziierungsabkommen mit der Ex-Sowjetrepublik nicht abschließen. Bedingung dafür sei, dass das Urteil aufgehoben werde. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch, Timoschenkos innenpolitischer Rivale, hatte sich gegen jede Einmischung verwahrt.

In der Anhörung in Kiew forderten Timoschenkos Anwälte, dass die 51-Jährige außerhalb des Gefängnisses operiert werden müsse. Was ihr fehlt, teilten sie nicht mit. Nach Angaben ihrer Tochter leidet Timoschenko an einem Bandscheibenvorfall. Timoschenko bezeichnet das Verfahren wegen angeblichen Amtsmissbrauchs, in dem sie Mitte Oktober zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, als politisch motiviert. (APA/dpa)

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