Angst vor Rezession: Monti plant ehrgeiziges Konjunkturpaket

Die Regierung Monti arbeitet an einem ehrgeizigen Konjunkturpaket, das am Montag zusammen mit einschneidenden Einsparungen vorgestellt werden soll. Strukturelle Reformen, Liberalisierungsmaßnahmen und Steuerbegünstigungen für Privatunternehmen, die in Großinfrastrukturen investieren, sollen die lahme Wirtschaft ankurbeln.

Italien droht laut Experten ein Abrutschen in die Rezession. „Wir erleben eine sehr schwierige Zeit, und es ist gewiss, dass wir eine Rezession riskieren“, sagte der italienische Industrieminister Corrado Passera. Die Gründe lägen aber außerhalb, sagte der Minister und meinte damit die Abschwächung der weltweiten Konjunktur.

Passera gab sich allerdings optimistisch: „Wir können, wie zu anderen Zeiten in unserer Geschichte, den Rest der Welt überraschen“, sagte er und verwies dabei vor allem auf die Stärke der italienischen Firmen, die ihre Produkte in alle Welt verkaufen.

Ankurbelung der Beschäftigung prioritär

Für die Regierung sei die Ankurbelung der Beschäftigung prioritär. „Das Problem der Arbeitslosigkeit ist viel schlimmer als aus den Statistiken hervorgeht. Es gibt eine riesige Zahl von Unterbeschäftigten, die einen beträchtlichen Anteil der italienischen Gesellschaft ausmachen“, warnte Passera. Die Arbeitslosenrate beträgt nach letzten Istat-Angaben 8,5 Prozent. Dabei sei ein Drittel der Jugendlichen ohne Arbeit. Die Regierung werde sich um soziale Fairness bemühen, damit die Opfer zur Bewältigung der Krise gerecht verteilt werden, versicherte Passera.

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Die Krise belastet vor allem Kleinunternehmen. Zwischen Juli und September 2011 wurden in Italien 2.207 Konkurse gemeldet, das sind 6,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010. Seit 2008 seien 300.000 Jobs in bankrotten Unternehmen verloren gegangen. Konkursverfahren, die seit Beginn 2011 in die Wege geleitet wurden, betreffen 70.000 Arbeitnehmer, geht aus einer Studie des Wirtschaftsinstituts Cerved Group hervor.


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