OMV plant Schiefergas-Erkundungsbohrungen ab 2012

Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV plant bis 2013 zwei Schiefergas-Erkundungsbohrungen bei Poysdorf in Niederösterreich (NÖ), würde diesen Rohstoff aber nur auf eine ökologisch vertretbare Weise fördern: „Wir wollen in Österreich den Weg eines clean shale gas gehen“, bekräftigte OMV-Chef Gerhard Roiss am Freitag.

Die Investition dafür würde sich auf 130 Millionen Euro belaufen, obwohl die Wahrscheinlichkeit, dieses Gas auch fördern zu können, bei lediglich 20 Prozent liege, wie Roiss sagte.

Gelinge es, das in hohen Tiefen lagernde Schiefergas an die Oberfläche zu bringen, könnte damit der bei heute acht Milliarden Kubikmeter im Jahr liegende gesamte Österreich-Bedarf 20 bis 30 Jahre lang zu 100 Prozent gedeckt werden, sagte Roiss. Der Weg bis dahin sei aber noch weit: Zunächst werde man die bisherigen Studien dazu finalisieren und in den nächsten zwölf bis 24 Monaten zwei Erkundungsbohrungen abteufen. Dann könnte es noch weitere zwei Jahre dauern, bis der technisch am besten geeignete Weg gefunden ist: Chemie ja oder nein, Wasser-Recycling ja oder nein, nennt der OMV-Chef als Stichworte.

Anders als in den USA, wo die Shale-Gas-Bohrungen flach erfolgen und deshalb auch unzählige Bohrtürme erfordern, seien in NÖ die von Umweltgruppen befürchteten Grundwasser-Probleme wegen der hohen Tiefe und horizontalen Bohrungen nicht zu erwarten. Bereits in den siebziger Jahren habe die OMV in der selben Gegend nach Shale Gas gebohrt, bis in eine Tiefe von 8.000 Meter. Am Ende könne aber auch jetzt „herauskommen, dass ich dort nicht fördern kann“. Wird man tätig, dann eventuell mit einem Partner: „Es gibt Interesse“, so Roiss.

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Die Investitionen in Erneuerbare Energien will die OMV auf 50 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln, kündigte Roiss im Klub der Wirtschaftspublizisten an. Das gelte für die nächsten fünf bis zehn Jahre und beziehe sich lediglich auf die Forschungs-Investments, also noch ohne allfällige Akquisitionen. Investieren werde man nur in Renewables der zweiten Generation, da es nur dort den Technologie-Content gebe, den die OMV wolle. Zur Diskussion stehen Aktivitäten in den Bereichen Wasserstoff-Brennstoffzellen, Geothermie und Biomasse-Sprit.


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