Diplomaten aus Großbritannien zurück in Teheran

Die aus Großbritannien ausgewiesenen iranischen Diplomaten sind am Samstagmorgen in Teheran eingetroffen. Am Flughafen in der iranischen Hauptstadt wurden sie vom Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, empfangen. Nach der Erstürmung der britischen Botschaft am Dienstag in Teheran hatte Außenminister William Hague die iranischen Diplomaten aufgefordert, das Land zu verlassen.

Hague hatte der iranischen Führung vorgeworfen, die Angriffe auf die Botschaft sowie auf einen weiteren diplomatischen Komplex in Teheran geduldet zu haben. London flog nach dem Vorfall seine eigenen Diplomaten aus dem Iran aus und schloss die Botschaft. Aus Protest gegen den Angriff riefen auch Berlin, Paris und Den Haag ihre Botschafter zurück.

Auf dem Flughafen demonstrierten am Samstag in der Früh rund 150 regierungstreue iranische Studenten und wollten die Diplomaten willkommen heißen. Die Gruppe wurde aber von Journalisten und den Demonstrierenden abgeschirmt. Mehmanparast sagte laut Fars, Großbritannien versuche nun, andere europäische Staaten „in den bilateralen Konflikt mit hineinzuziehen“.

Mit der Erstürmung der Botschaft in Teheran hatten die Demonstranten gegen die jüngst von Großbritannien, den USA und Kanada verhängten umfangreichen Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms protestiert. Das iranische Parlament stimmte daraufhin für die Ausweisung des britischen Botschafters. Am Donnerstag beschloss die EU im Atomstreit mit dem Iran weitere Sanktionen.

Im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergieorganisation war in den vergangenen Tagen auch immer wieder über einen möglichen Luftangriff auf den Iran debattiert worden. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte am Freitag in Washington, es sei nicht sicher, ob mit solchen Angriffen auch wirklich Irans Nuklearanlagen getroffen würden. Dieses seien teils „sehr schwer zu erreichen“.


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