Kroatien: Oppositionsbündnis erreicht absolute Mehrheit

Zoran Milanovic, Spitzenkandidat des Kukuriku-Bündnisses, löst damit Jadranka Kosor als Premierminister ab.

Zagreb - Das kroatische Oppositionsbündnis „Kukuriku“ (Kikeriki) hat bei der Parlamentswahl vom Sonntag die absolute Mehrheit im Sabor abgeräumt. Das bestätigten die vorläufigen Ergebnisse, die die staatliche Wahlkommission (DIP) nach Mitternacht veröffentlichte. Die Sozialdemokraten (SDP), die Volkspartei (HNS), die Istrischen Demokraten (IDS) sowie die Pensionistenpartei (HSU) kommen laut den offiziellen Ergebnissen gemeinsam auf 78 Mandate im Parlament. Somit wird „Kukuriku“ keinen Koalitionspartner brauchen, da die absolute Mehrheit mit 76 Mandaten erreicht ist.

Als Koalitionspartner infrage gekommen wäre eventuell die Arbeiterpartei (Laburisti), die von ihrem Erfolg - sechs Mandate - selbst überrascht war. Partei-Chef Dragutin Lesar, Vater von zwei arbeitslosen Söhnen, wollte jedoch keine Koalition mit Kukuriku eingehen. Die regierende, rechtskonservative Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) wird von der Regierungs- auf die Oppositionsbank wechseln. Sie hat dort 48 Mandate. Die HDZ bekommt auch drei Diaspora-Mandate dazu.

Um Mitternacht waren mehr als 50 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die Wahlbeteiligung in Kroatien lag bei 56 Prozent.

Milanovic: „Werden euch nicht enttäuschen“

Zoran Milanovic, Wahlsieger in Kroatien und künftiger Ministerpräsident, hat sich „von Herzen“ bei den Wählern bedankt. Vier Parteien hätten sich versammelt, um Kroatien besser zu machen, und hätten einen Plan dafür, sagte Milanovic in der Nacht auf Montag. „Wir werden Euch nicht enttäuschen, das verspreche ich.“ Milanovic ist der Kopf der sogenannten Kukuriku-Koalition aus seinen Sozialdemokraten (SDP), Volkspartei (HNS), den Istrischen Demokraten (IDS) und den Pensionisten (HSU).

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„Bald kommen wir in die EU. Wenn wir ihr beitreten, stehen wir vor großen Herausforderungen. Wir als kleines Land bekommen die Chance, uns zu beweisen, unser Selbstbewusstsein zu stärken“, sagte Milanovic. Der Politiker bedankte sich auch bei den Veteranen. Das sage er nicht aus populistischen Gründen, sagte Milanovic.

Milanovic gratulierte auch den linksgerichteten Wahlsiegern im benachbarten Slowenien und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit. „Unsere Politik wird eine gerechte Partei für gerechten Lohn sein.“ Von den politischen Gegnern - allen voran die abgewählte, rechtskonservative HDZ - wünschte er sich, dass man zusammenarbeite. „Ich habe keine Illusionen, Politik ist eine konfliktreiche Arbeit“, meinte er aber.

„Für unsere Erfolge sind wir selbst verantwortlich, für unsere Fehler ebenso. Wir dürfen keine Fehler machen aber auch nicht stehen bleiben“, führte Milanovic weiter aus. Jenen, die ihn nicht gewählt haben, wolle Kukuriku (Kikeriki) ebenso eine gute Regierung sein, sagte der 45-jährige Ministerpräsident in spe, dessen Mitte-Links-Bündnis am Sonntag bei der Parlamentswahl in Kroatien eine absolute Mehrheit eroberte und daher keinen Koalitionspartner braucht. (APA)


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