OPEC wird Förderquoten am Mittwoch nicht antasten

Die OPEC-Ölministerkonferenz am Mittwoch dieser Woche in Wien ist ein „Non-event“: Fachleute erwarten weder eine Kürzung noch eine Ausweitung der Förderung, sondern vielmehr eine Fortschreibung der bisherigen Politik durch die Kartellmitglieder.

„Kürzen können sie die Förderung nicht“, sagte Ölexperte Johannes Benigni von JBC Energy GmbH in Wien zur APA. Und erhöhen würden die Ölminister die Quoten auch nicht, da die OPEC kein Interesse an fallenden Preisen habe: „Viele Mitglieder brauchen die Einnahmen, denn sie müssen Sozialprogramme gegen die Unruhen finanzieren“.

Eine besondere Reaktion der OPEC auf die seit Monaten immer pessimistischeren Konjunkturprognosen sei nicht nötig, sagt Benigni: „Die Reaktionen gibt es ohnedies laufend am Markt. Jede Ausblick-Änderung führt zu einem Rückgang des Ölpreises, und bei jedem neuen politischen Risiko geht der Preis wieder hinauf.“

Aktuell sei der Ölmarkt recht eng und die Lagerbestände relativ niedrig, daher könne die OPEC die Förderquoten nicht senken, „das wäre das falsche Signal für den Markt“. Im November haben die OPEC-Mitglieder im Schnitt 30,3 Mio. Barrel pro Tag gefördert, schätzt JBC Energy. Für das 1. Quartal 2012 wird eine mittlere Tagesproduktion von 29,6 Mio. Fass (je 159 Liter) erwartet, für das 2. Quartal mit nur 29 Mio. Fass noch etwas weniger. Würde das Kartell in einen sinkenden Absatz hinein die Fördermengen kürzen, würde das als „bullish“ gewertet - als Erwartung auf steigende Kurse.

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Ein Ölexport-Embargo gegen den Iran würde den Markt nicht erschüttern, ist Benigni überzeugt. Das Land habe laut JBC-Energy-Schätzung 3,525 Mio. Fass pro Tag gefördert, von einem Exportverbot wären davon dem Experten zufolge aber allenfalls zwei Mio. Barrel täglich betroffen - bei einer Welt-Förderung von heuer 88 Mio. und 2012 rund 89 Mio. Fass täglich gemäß aktueller OPEC-Annahme. Und werde ein solches Export-Embargo sogar nur von den Europäern allein beschlossen, habe es noch weniger Einfluss auf dem Markt, so Benigni.

Libyen kommt schrittweise, aber doch recht langsam wieder auf den Ölmarkt zurück. „Von den rund 1,6 Mio. Barrel pro Tag in den Jahren 2010 und 2009 fehlt aber noch gut die Hälfte“, so Benigni.


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