Stettin-EM läutete im OSV-Team Generationenwechsel ein

Bei der Kurzbahn-EM in Polen wussten nicht nur Markus Rogan und Dinko Jukic zu überzeugen.

Szczecin - Sportliche Erfolge werden meist in Medaillen gewertet, so auch im Schwimmen. Beim Abschneiden der österreichischen Equipe bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Kurzbahn-Europameisterschaften in Szczecin (Stettin) muss der Blickwinkel aber doch etwas über das Silber von Markus Rogan über 200 m Lagen gerichtet werden. 13 von acht verschiedenen Athleten erbrachte Finalplatzierungen zeigen, dass eine qualitative Breite neben Rogan und Dinko Jukic vorhanden ist.

Zeugnis davon ist etwa, dass mit Martin Spitzer als Viertem über 100 m Lagen und Jördis Steinegger als Fünfter über 400 m Lagen nicht der über die beiden längeren Lagen-Strecken jeweils sechstplatzierte Jukic die besten OSV-Ränge hinter Rogan geschafft hat. Dabei fällt auch auf, dass die OSV-Truppe immer mehr Lagen-Asse in ihren Reihen hat. Insgesamt neun der 13 Final-Teilnahmen gelangen auf den Strecken 100, 200 und 400 m Lagen.

Jukic durchbrach über 200 m Delfin noch am ehesten diese „Phalanx“. Platz sieben als Titelverteidiger mag mager sein, doch war es das qualitativ stärkste Rennen dieser Titelkämpfe. Nach der Punkteliste des Weltverbandes (FINA) gemessen, haben der Ungar Laszlo Cseh, der Russe Nikolaj Skworzow und der Brite Joe Roebuck als die Top Drei dieses Finales nach dem ungarischen 200-m-Brust-Sieger Daniel Gyurta die besten EM-Herren-Leistungen in der „Floating Arena“ erbracht.

Den Aufstieg zu einem höheren Level haben bei der 15. Auflage dieser Veranstaltung die Kärntnerinnen Lisa Zaiser und Uschi Halbreiner geschafft. Zaiser beeindruckte mit den Finalrängen sieben und acht, wobei sie ihre schon beim Ströck-Qualifying starken Zeiten zum Teil klar unterbot. Über 100 m Lagen fehlten der Schülerin nur 67/100 auf Bronze. Zudem gelang dem Wiener Jakub Maly mit vier klaren persönlichen Bestzeiten ein Entwicklungssprung.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

An den übrigen 15 von insgesamt 28 OSV-Platzierungen in den Top 20 waren acht weitere Athleten beteiligt. Damit blieben nur vier der Mannschaft ohne Platzierung im Semifinalbereich, wobei von diesem Quartett Bernhard Wolf, Eva Chaves Diaz und vor allem Nina Dittrich gesundheitlich angeschlagen waren. Die 16-jährige Chaves Diaz wie auch der 17-jährige Christian Scherübl nehmen von ihrer Kurzbahn-EM-Premiere auf jeden Fall viel an Erfahrung mit.

Das verstärkte Aufzeigen der Jungen registrierte der in Stettin dabei gewesene OSV-Präsident Paul Schauer als sich entwickelnden Generationenwechsel. Viele der bis 20-Jährigen im Team haben auch das Zeug zur Norm für Olympia 2012. Die 20-jährige Halbreiner, der 19-jährige Maly, die 17-jährigen Scherübl und Zaiser sowie die 16-jährige Chaves Diaz könnten dieses Ziel durchaus erreichen. Die Limit-Jagd wird bei den Hallen-Staatsmeisterschaften Anfang März eröffnet.

International haben die Deutschen den vorjährigen Gewinn der Medaillenwertung wiederholt. Fast beängstigend die Dominanz von Mireia Belmonte Garcia. Die Spanierin gab an, ihre vier klaren Siege mit Blickrichtung Olympia ohne spezielle EM-Vorbereitung gelandet zu haben. Der Kurzbahn-EM-Termin 2012 ist vom 22. bis 25. November in Chartres/Frankreich. Für 12. bis 15. Dezember 2013 sieht es nach Ljubljana aus. Danach wird auf Zweijahres-Rhythmus gewechselt. (APA)


Kommentieren