Schuldnerberatung warnt vor Geschenkekauf auf Pump

Schenken bereitet Freude - kann aber auch in der Pleite enden. Darauf hat die Wiener Schuldnerberatung am Montag hingewiesen. Sie warnte davor, Weihnachtsgeschenke auf Pump zu kaufen. Vor allem Ratenzahlungen oder Handyverträge seien problematisch, wurde betont. Die Statistik gibt den Beratern recht: In Wien steigt die Zahl der überschuldeten Haushalte an.

„Es zahlt sich nicht aus, zu schenken, wenn man dadurch in die Pleite schlittert“, versicherte Sozialstadträtin Wehsely. Und auch wenn es im Geschäft oft so aussehe: „Es wird einem nichts geschenkt.“ Die Ernüchterung bei Teil- oder Ratenzahlung komme oft schon wenige Monate später. Und sobald Konsumenten in Verzug kämen, würden zusätzliche Kosten entstehen, warnte Wehsely.

Laut den vorläufigen Daten wandten sich 2011 rund 9.300 Personen an die Schuldnerberatung. Das sind über drei Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Probleme der ärmeren Schuldner sind gestiegen, wie Alexander Maly, Geschäftsführer der Schuldnerberatung, berichtete. Das zeige sich daran, dass die Zahl der Konkurse mit einer Gesamtverschuldung von unter 10.000 Euro um 25 Prozent zugenommen habe.

Die Zahl der Pleiten, bei denen es um Schulden zwischen 20.000 und 50.000 Euro gehe, hat hingegen leicht abgenommen. Die Anzahl der Konkurse mit höheren Summen bleibt laut Schuldenberatung in etwa gleich. Eines sei jedenfalls klar ersichtlich: „Der Anteil der Telekom-Schulden ist im Steigen.“

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Vor allem jüngere Menschen würden sich ihre Handyverträge oft nicht mehr leisten können, so Maly. Das Problem, so zeigte er sich überzeugt, seien die auf den ersten Blick günstigen Angebote. „Wir sind gegen Null-Euro-Handys und Null-Euro-Smartphones“, betonte der Schulden-Berater. Denn zu bezahlen seien die teueren Geräte in jedem Fall, nämlich über die entsprechenden Verträge.


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