Rektoren fordern Finanzspritze - Töchterle für Kreditmodell

Der Chef der Universitätenkonferenz, Heinrich Schmidinger, hofft auf eine Studiengebühren-Ausweitung. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) kann sich ein Kreditmodell für Studiengebühren, wie es am Wochenende von Bundeskanzler Werner Faymann (S) in Erwägung gezogen wurde, vorstellen.

Wien – Heinrich Schmidinger, Chef der Universitätenkonferenz, ortet zwar in Sachen Studiengebühren eine Öffnung der SPÖ und hofft auf eine baldige Einigung der Regierung. Für eine Reparatur der vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Regelung vor März sei es aber schon zu spät. Die Unis könnten deshalb im Sommersemester keine Gebühren einheben und würden insgesamt 17 Mio. Euro verlieren, so Schmidinger.

Er fordert deshalb eine Finanzspritze: „Es muss auf jeden Fall der Ersatz gewährleistet sein, weil sonst zumindest einige Universitäten einfach nicht weitermachen können“, warnte er vor einem drohenden Budgetminus. Dabei sieht er nicht nur das Wissenschaftsministerium gefordert, das laut Eigenangaben ohnehin nicht mehr genug Mittel in der sogenannten „Notfallreserve“ hätte, um den Unis die geforderte Summe zu ersetzen, sondern die Bundesregierung an sich.

Bezüglich einer möglichen Einigung von SPÖ und ÖVP über eine Ausweitung der Studiengebühren gibt sich Schmidinger optimistisch. „Ich teile die Einschätzung der Landeshauptfrau von Salzburg, dass es in der SPÖ wesentlich mehr Personen - auch prominente Funktionäre - gibt, die schon längst sagen: Es muss hier etwas geschehen.“

Wissenschaftsminister Töchterle kann sich unterdessen ein Kreditmodell für Studiengebühren, wie es am Wochenende von Bundeskanzler Faymann in Erwägung gezogen wurde, vorstellen. Das von Töchterle im September vorgelegte Beitragsmodell enthalte mit der Möglichkeit, die Gebühren zu stunden, bereits einen Grundgedanken eines Kreditmodells.

Studiengebühren finden in der Bevölkerung offensichtlich eindeutig Zustimmung: In einer aktuellen Befragung des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung sprechen sich eine soziale Staffelung vorausgesetzt, 48 Prozent für Studiengebühren aus. 29 Prozent sind in jedem Fall für Studiengebühren.

Die Zustimmung zu Studiengebühren habe offenbar zugenommen, erklärte Peter Zellmann von dem Institut bei der Pressekonferenz. Im Jahr 2009 sprachen sich demnach 53 Prozent für Studiengebühren und 36 Prozent dagegen aus, für zwei Prozent kam es auf die Höhe an (telefonische Befragung von 500 Personen ab 15 Jahren). Im Dezember 2011 (ebenfalls 500 telefonisch Befragte ab 15) äußerten sich nur mehr 19 Prozent gegen Studiengebühren. (APA)


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