Abfahrtslegenden läuteten Countdown zu Jugendspielen ein

Olympiasieger Franz Klammer appelliert: „Genießt die Atmosphäre!“

Innsbruck – 32 Tage vor Beginn der ersten Youth Olympic Games (YOG) in Innsbruck hat das Organisationskomitee am Montag den Countdown mit einem Legendentreffen ehemaliger Medaillengewinner der Spiele 1964 und 1976 am Montag auf dem Patscherkofel eingeläutet. An der Stelle, an der auch bei den YOG die alpinen Bewerbe ausgetragen werden, erinnerte sich unter anderem Franz Klammer, Abfahrtsgoldgewinner von 1976, an seinen legendären Husarenritt und Olympia.

„Werdet ihr ein Leben lang nicht vergessen“

„Das war schon etwas Besonderes, die ganze Atmosphäre und das Flair“, sagte Klammer. „Uns war es auch wichtig, im Olympischen Dorf zu leben, uns mit den anderen Sportlern aus anderen Sportarten und Nationen zu treffen und auszutauschen.“ So lautete auch sein Aufruf an die Sportler bei den Jugendspielen: „Genießt diese Atmosphäre, das werdet ihr ein Leben lang nicht vergessen.“

An die Siegerzeit von 1:45,73 Minuten kann sich Klammer immer noch erinnern. „Das wäre ich nie vergessen, diese Fahrt hat mein Leben verändert und geprägt“, sagte der heute 58-jährige Kärntner und erzählte, dass er sich als Startnummer die Drei gewünscht hatte, die schließlich sein schärfster Rivale Bernhard Russi (SUI) bekam. „Als ich die 15 zugelost bekam, wäre ich fast verzweifelt, besonders am Start, als kaum einer an die Russi-Zeit herankam“, erzählte Klammer, „dann habe ich beim Pernereck alles auf eine Karte gesetzt und bin die beste Kurve meiner Karriere gefahren.“

Gold-Ski mit auf das Zimmer genommen

Beim Plaudern aus dem Nähkästchen schilderte der 26-fache Weltcupsieger auch die heftige Diskussion um den revolutionären Fischer Lochski, den er aus Marketinggründen fahren hätte sollen. „Ich habe dann meinen alten Rennski, mit dem ich alles gewonnen habe, vom Servicemann zu mir ins Zimmer geholt, damit ihn mir keiner verstecken kann“, erinnerte sich Klammer.

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Der Südtiroler Herbert Plank, der zur Bronzemedaille raste, sagte beim Treffen: „Er war der Stärkste, er hat sich Gold verdient.“ Mit dabei war auch Egon Zimmermann, der 1964 am Patscherkofel zu Gold fuhr. Er erzählte wie ihm der damalige Bundespräsident Adolf Schärf zu Gold gratulierte: „Er sagte, ,wir Österreicher sind so stolz auf Sie‘, ich antwortete, ,und ich bin so stolz, Österreicher zu sein.‘“

Zimmermann beruhigt die Organisatoren

Vom erfolgreichen 64er-Abfahrtstrio waren nur Edith Zimmermann (Silber) und Traudl Hecher-Görgl (Bronze) beim Legendentreffen. Die „goldene“ Christl Haas ist vor zehn Jahren bei einem Badeunfall in der Türkei verstorben. Edith Zimmermann (nicht verwandt mit Egon, Anm.) erzählte, wie ihnen damals die Französinnen um die Ohren fuhren. „Die Abfahrt war dann das letzte Rennen, da haben wir ordentlich zurückgeschlagen. Gemeinsam bei der Siegerehrung zu stehen, war schon gewaltig.“

Dass in Innsbruck derzeit kein Schnee liegt und die Pisten am Patscherkofel großteils noch grün sind, lässt Edith Zimmermann kalt. Die Vorarlbergerin beruhigte die Organisatoren der Jugendspiele: „Auch 1964 gab es keinen Schnee, aber trotzdem tolle Spiele.“ Auch für die zweiten Winterspiele in Innsbruck 1976 musste der Schnee großteils aus Südtirol importiert werden.

Bei den ersten Olympischen Weltjugendspielen vom 13. bis 22. Jänner des kommenden Jahres in Innsbruck werden 1.065 junge Athleten zwischen 15 und 18 Jahren aus 65 Nationen erwartet. Österreich ist als Gastgeberland in jeder der 63 Medaillenentscheidungen startberechtigt und wird mit 80 Athleten an den Start gehen, gab ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel bekannt. Nur das Paarlaufen im Eiskunstlauf wird nicht besetzt. (APA)


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