Häusliche Gewalt nimmt zur Weihnachtszeit zu

Dezember, die angeblich besinnlichste Zeit des Jahres, gestaltet sich nicht immer nur friedvoll: Häufig arten Weihnachtsfeiern in Schlägereien aus, auch am Christkindlmarkt kommt es oft zu gewalttätigen Übergriffen. Gerade häusliche Gewalt in der Familie nahm zur Weihnachtszeit zuletzt kontinuierlich zu.

Wurden im Dezember 2008 in Österreich noch 458 Fälle angezeigt, stieg die Zahl 2010 auf 702, wie aus einer Anfragebeantwortung des Innenministeriums hervorgeht, die der Salzburger Abgeordnete Johann Maier am Montag präsentierte. „Ermittler der Kriminalpolizei führen häusliche Delikte in vielen Fällen auf Alkohol zurück, auch gibt es sehr viele Beziehungstaten. Eifersucht spielt dabei eine große Rolle, zum Beispiel, wenn der Verlust des Partners psychisch nicht ertragen wird“, erklärte Maier, Nationalratsabgeordneter der SPÖ. Zugenommen hat die Gewalt in der Familie von 2009 auf 2010 in allen Bundesländern außer Kärnten und Tirol.

„Es ist vor allem notwendig, dass karitative Einrichtungen wie die telefonische Seelsorge auch über die Feiertage erreichbar sind. Außerdem sollten Verjährungsbestimmungen bei Gewalt in Familien und sexuellem Missbrauch geändert werden, denn häufig kommen diese Delikte erst zu spät auf. Da es den Opfern oft schwer fällt, sich zu lösen, sollte es mehr Einrichtungen geben, die Menschen in Not aufnehmen können - zusätzlich zu den klassischen Frauenhäusern. Auch sollten Lehrer, die merken, dass es bei Kindern zu Hause womöglich zu gewalttätigen Übergriffen kommt, bereit sein, dies zur Anzeige zu bringen. Der Staat kann nur Hilfe leisten, ganz zu verhindern wird Gewalt nie sein“, sagte Maier, Mitglied des Justizausschusses.

Zurückgegangen sind im Dezember des Vorjahres die Zahlen der Raubüberfälle, der Diebstähle und der Einbrüche, stark gestiegen sind hingegen vor allem Betrugsfälle. Zunahmen gab es aber auch bei Drogendelikten.


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