Attentäter Breivik zeigt keine Reue für Anschläge

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik zeigt nach Angaben seines Anwalts noch immer keine Reue für die Anschläge vom Juli mit 77 Toten. „Er denkt, seine Taten waren schrecklich, aber notwendig“, sagte Geir Lippestad dem Nachrichtensender TV2 und wiederholte damit eine seit den Anschlägen mehrfach geäußerte Formulierung. Behring Breivik habe betont, dass er seine Taten nicht bereue.

Psychiater bescheinigten Behring Breivik im vergangenen Monat in einem Gutachten „paranoide Schizophrenie“. Sollte sich diese Diagnose bestätigen, könnte Behring Breivik zur Behandlung in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden und damit einer Gefängnisstrafe entgehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft reagierte Behring Breivik „beleidigt“ auf das Gutachten. Der 32-Jährige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Sein Prozess soll am 16. April beginnen.

Der Attentäter hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel von Oslo eine Autobombe gezündet und damit acht Menschen getötet. Anschließend eröffnete er in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya das Feuer und erschoss 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer. Behring Breivik gab die Taten zwar zu, bekannte sich aber nicht schuldig.

Breivik erhielt unterdessen zum ersten Mal seit seiner Verhaftung im Juli Zugang zu Zeitungen und Fernsehberichten. Nach Angaben Lippestads erhielt Breivik am Montag die Erlaubnis, Medienberichte zu verfolgen, die nach dem Massaker vom 22. Juli veröffentlicht wurden. In der vergangenen Woche hatte Breivik bereits erstmals seit seiner Verhaftung einen Teil seiner Post lesen dürfen. Unter den Dutzenden Briefen waren nach norwegischen Medienberichten Heiratsanträge, Drohbriefe und Rechnungen.

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