Weihnachtstrubel bei den ÖBB: 100 Passagiere mussten aussteigen

Weihnachtszeit ist Reisezeit: Und Österreichs Personenbeförderer Nummer 1 bildet da keine Ausnahme. Aber nicht immer zur Zufriedenheit aller Kunden.

Wien, Innsbruck – Es ist wie verhext: Just als die Österreichischen Bundesbahnen mit der neuen Westbahn einen mächtigen privaten Konkurrenten dazubekommen, türmen sich die Negativ-Schlagzeilen über Österreichs Personenbeförderer Nummer 1. An nur einem Wochenende gab es mehrere unerfreuliche Zwischenfälle – und das ausgerechnet im vorweihnachtlichen Reiseverkehr.

Derzeit sorgen auch die Forderungen der ÖVP, Zuschüsse zu den ÖBB um eine Milliarde Euro zu reduzieren, für Nervosität.

Verspätungen und Überfüllung

Nervös wurden am Wochenende aber vor allem Bahnkunden, nachdem es zu Zugausfällen oder Verspätungen gekommen war. So brachte die Kollision zweier Züge in Bruckneudorf im Burgenland Schienenersatzverkehr und Verzögerungen für die Passagiere. Die Dauer der Sperre war Montagmittag noch aufrecht, erst am frühen Nachmittag sollte es leichte Entwarnung geben.

Dann sorgte auch noch der Brand eines ÖBB-Zuges in Bruck an der Glocknerstraße für Verspätungen. Die Westbahnstrecke war für rund eineinhalb Stunden außer Gefecht gesetzt, die betroffenen Bahnkunden kamen mit dem Schrecken davon. Sie wurden in Taxibusse gesetzt und zu ihren Zielbahnhöfen gebracht.

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Für Aufregung sorgte dann auch noch ein völlig überfüllter Zug in Wiener Neustadt. Ein Schaffner bat 100 Fahrgäste des Eurocitys „Polonia“, auszusteigen. „Eine sichere Weiterfahrt konnte nicht gewährleistet werden“, erklärt ÖBB-Sprecher für Niederösterreich, Christoph Posch.

Reisende ohne Sitzplatzreservierung mussten den Zug verlassen und auf einen späteren Anschluss warten. Zu allem Überfluss war in einem Waggon dann auch noch die Elektronik ausgefallen, Licht und Heizung funktionierten nicht mehr. Daher musste auch dieser Waggon in Wiener Neustadt geräumt werden.

Keine Zug-Garantie ohne Sitzplatzreservierung

Fahrgäste ohne Sitzplatzreservierung müssten tatsächlich damit rechnen, dass sie bei einem überfüllten Zug gebeten würden, auf einen späteren Zug auszuweichen, erklärt auch Tirols ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. „Bei einzelnen Zügen kommt es vor, dass wir über Lautsprecher durchsagen, dass nur noch Personen mit Sitzplatzreservierung einsteigen sollen“, erzählt er.

Prinzipiell müsse aber kein Fahrgast Angst haben, dass er nicht ans Ziel komme – ganz im Gegenteil. „Wir haben ein dichtes und gutes Angebot. Alleine die Verbindung von Innsbruck nach Wien wird im Stundentakt bedient“, so der ÖBB-Sprecher.

Er rät Fahrgästen dennoch dazu, einen Sitzplatz zu reservieren, wenn sie mit einer bestimmten Verbindung fahren wollen. „Wenn jemand flexibler ist, gibt es die Möglichkeit, Züge in Tagesrandlage drei Tage vorher günstiger zu buchen.“

Gerade zur Weihnachtszeit tragen die ÖBB dem erhöhten Reiseaufkommen Rechnung, meint Zumtobel. „Alleine dieses Wochenende haben wir entlang der West- und Südbahn 7000 zusätzliche Sitzplätze angeboten. Railjets fahren zum Großteil doppelt – das heißt, eine ganze Garnitur wird dazugehängt.“

Zumtobel gibt zu bedenken, dass Fahrgäste rein aus Sicherheitsgründen aus dem Zug komplimentiert würden. „Es gibt einfach Sicherheitsvorschriften. Wenn der Schaffner nicht mehr zum Abteil oder zum Schaltkasten kommt, dann können wir in diesem Zug einfach niemanden mehr mitnehmen.“

Fahrgäste würden durch derartige Vorfälle meistens maximal eine halbe Stunde Zeit verlieren und könnten auf den nächsten Zug umsteigen. „Wir tun wirklich alles, was möglich ist. Aber Sicherheit geht vor.“

Wer ganz sicher gehen will, sollte auch die ÖBB-Homepage im Auge behalten: Dort informieren die Betreiber regelmäßig über Änderungen im Bahnverkehr.


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