Demonstration gegen Machthaber in Libyen

In Libyen sind Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Übergangsregierung auf die Straße gegangen. In Benghazi, der Keimzelle der Revolte gegen den langjährigen Machthaber Gaddafi, hätten am Montag zwischen 20.000 und 30.000 Menschen demonstriert, sagte ein Augenzeuge. Die Demonstranten verlangten Änderungen im Nationalen Übergangsrat NTC, der demokratische Strukturen aufbauen will.

Zudem wurde die Forderung laut, jeden mit Verbindungen zum alten Regime aus der Regierung auszuschließen. Der NTC-Vorsitzende Jalil warb um Geduld. Die Regierung plane etwa die Integration von Kämpfern in die Zivilgesellschaft und eine bessere Sicherung der Grenzen. Zudem sollen Gelder an Regionen und Städte verteilt werden, um diesen eine höhere Autonomie zu gewährleisten.

Das Volk wolle „eine neue Revolution“, riefen die libyschen Demonstranten, wie ein Korrespondent berichtete. In einem 14-Punkte-Papier forderten die Protestteilnehmer, dass die Meinungsfreiheit garantiert werde. Zudem riefen sie den Nationalen Übergangsrat auf, früheren Vertretern der Führung um Gaddafi keine Posten mehr anzuvertrauen und mehr Transparenz zu schaffen.

In Benghazi hatte es Mitte Februar die ersten Proteste gegen Gaddafi gegeben. Die Stadt wurde während des Aufstandes gegen die damalige Führung zur Hochburg der Rebellen.

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Übergangsratspräsident Jalil sicherte den Demonstranten in einer Pressekonferenz mehr Transparenz zu. Der Übergangsrat werde in Kürze seine Internetseite freischalten und eine Liste mit seinen Mitgliedern und deren Lebensläufen vorlegen.


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