Rätsel um Mailbox-Nachrichten im Abhörskandal

Einer der zentralen Vorwürfe im Skandal um abgehörte Telefone bei der britischen Zeitung „News of the World“ steht in Frage: Neuen Erkenntnissen zufolge könnte es sein, dass Mitarbeiter des Blattes nicht wie vermutet Nachrichten auf dem Handy-Anrufbeantworter eines jungen Mordopfers gelöscht haben. Stattdessen könnten diese automatisch vom Handy-Anbieter gelöscht worden sein.

Der seit Jahren laufende Skandal um die Abhörpraktiken war im Juli eskaliert, nachdem berichtet worden war, dass die Mailbox-Nachrichten der im Jahr 2002 ermordeten Milly Dowler von Reportern abgehört und angeblich gelöscht worden sein sollten, um Platz für neue zu schaffen. Das Blatt „News of the World“ war daraufhin eingestellt worden.

Medienmogul Rupert Murdoch, dessen News Corp. hinter „News of the World“ stand, hatte sich bei den Eltern des 13 Jahre alten Mordopfers entschuldigt und Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe angeboten. Die Dowlers hatten mehrfach betont, dass sie während der Suche nach ihrer Tochter neue Hoffnung schöpften, als wieder Platz auf ihrer Mailbox war. Sie hatten gedacht, das Mädchen habe sie selber abgehört.

In den kommenden Wochen soll nun neu untersucht werden, wer die Nachrichten tatsächlich gelöscht hat, entschied eine richterliche Untersuchungskommission am Montagabend. Noch ist vieles offen: Der Anwalt der Familie Dowler betont weiterhin, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Nachrichten von Journalisten gelöscht wurden, berichtete die Zeitung „The Guardian“ am Dienstag. Nach derzeitigem Stand der Polizei sei das aber „unwahrscheinlich“, hieß es.

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