FMA erinnert Banker: In Verlustjahren kein Bonus

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in einem Rundbrief alle heimischen Banken angeschrieben. Inhalt: Die Bonuszahlungen. Die Banker werden an die seit Jänner 2011 gültigen Vergütungsbestimmungen erinnert. Eine der „Erinnerungen“ im FMA-Brief lautet: Gibt es keinen Gewinn, soll bzw. darf kein Bonus ausbezahlt werden.

Betroffen davon sind einige Banken, die heuer Milliardenabschreibungen auf Wertpapiere und Osttöchter zu verdauen haben. Einschränkungen bei Prämienzahlungen gibt es auch für Banken, die Staatshilfe beanspruchten.

Das neue Reglement gilt auch für Verträge von Bankmanagern und prämienberechtigten Mitarbeitern, die heuer verlängert wurden oder noch verlängert werden, präzisierten die Vorstände der FMA, Helmut Ettl und Kurt Pribil, am Montagabend vor Journalisten. Alte Verträge müssen demnach umgestellt werden.

Auch ein Umgehungsverbot ist explizit in einem Rundschreiben der Aufsicht an die Kreditinstitute aufgeführt. Demnach muss ausgeschlossen sein, dass Banker für einen Verzicht auf Prämien in ihrer Bank in Gesellschaften der Gruppe (z.B. Leasingtochter) mit hohen Aufsichtsratstantiemen „entschädigt“ werden können. Bis jetzt jedenfalls gab es keine solche Einschränkungen. Man habe mit der Branche alle denkbaren Varianten durchgespielt, um alle möglichen Umgehungskonstruktionen zu vermeiden, hieß es bei der FMA.

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Laut Ettl und Pribil hat die Krise schon 2008 gezeigt, dass eine unangemessene Prämienpolitik die Krise anheizte. International hatten Berichte für Aufregung gesorgt, dass ausgerechnet in Krisenjahren aus alten Vergütungsverträgen Bonuszahlungen fällig wurden. Zwar kannte Österreich solch exzessive Bonuszahlungen nicht, wurde eingeräumt, man war aber durchaus auf dem Weg dahin.

Ein neues FMA-Rundschreiben „präzisiert“ nun Vorgaben der europäischen Aufseher mit Blick auf österreichische Gegebenheiten. Die Leitlinien: Fixe und variable Bezüge müssen in angemessener Relation stehen, Prämien werden nicht sofort, sondern über zumindest fünf Jahre ausbezahlt. Hat eine Bank Aktien ausgegeben, ist die Prämie zumindest zur Hälfte in Aktien zu berappen.


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