Bio-Skandal: Noch immer keine Informationen zu Österreich

Italienische Bio-Lebensmittel-Fälscher sorgen für einen Skandal in der Branche. Nach Deutschland sollen Hunderte Tonnen der angeblich hochwertigen Produkte geliefert worden sein. Zu Österreich gibt es aber immer noch keine Informationen.

Wien – Im Zuge eines mutmaßlichen Großbetrugs mit gefälschten Bio-Lebensmitteln in Italien (TT Online berichtete) sind wahrscheinlich einige Hundert Tonnen nach Deutschland gelangt. Nach Informationen italienischer und deutscher Behörden sei von einer „mittleren dreistelligen Tonnage“ auszugehen, teilte das deutsche Verbraucherministerium am Dienstag in Berlin mit.

Österreich hingegen hatte auch am Dienstag noch keine Information der italienischen Behörden erhalten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Man habe sofort nach Bekanntwerden des Skandals Kontakt mit den italienischen Behörden und der EU-Kommission aufgenommen.

In Deutschland soll es sich vor allem um Futtermittel wie Soja und Raps gehandelt haben. Eine Gesundheitsgefahr habe nicht bestanden. Die Produkte hätten aber nicht als Bioware verkauft werden dürfen.

2500 Tonnen beschlagnahmt

Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, wenn sich die ersten Angaben aus Italien bewahrheiteten, handle es sich wohl um „Betrug in großem Stil“.

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Da die Daten der Italiener in Österreich noch auf sich wartenlassen, forderte FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein in einer Aussendung, dass Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) auf Italien Druck ausüben soll. „Es kann nicht sein, dass Deutschland bereits in vollem Umfang aufgeklärt wurde, in Österreich aber weiterhin jede Information fehlt, welche gefälschten Bio-Lebensmittel hierzulande in den Handel geraten sind. Die Konsumenten sind weiterhin im Ungewissen und kaufen vielleicht immer noch diese Artikel.“

Vergangene Woche war der Großbetrug aufgeflogen. In Verona beschlagnahmte die Polizei 2500 Tonnen falsch deklarierte Lebensmittel, sieben Personen wurden festgenommen. Insgesamt sollen seit 2007 vermeintliche Öko-Produkte wie Mehl, Soja, Obst und Trockenfrüchte im Wert von 220 Millionen Euro mit falscher Kennzeichnung verkauft worden sein.


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