UNO beklagt mehr als 5.000 Tote in Syrien

Durch das gewaltsame Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Protestbewegung sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 5.000 Menschen ums Leben gekommen. Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, unterrichtete den UNO-Sicherheitsrat am späten Montagabend in New York über die jüngsten Entwicklungen in Syrien.

Zu den Toten gehörten auch mehr als 300 Kinder, sagte Pillay anschließend zu Journalisten. Bisher waren die UNO von mehr als 4.000 Toten ausgegangen. Eine „gewaltige Anzahl“ von Syrern sei in Lagern interniert. Dort werde gefoltert und vergewaltigt. Basierend auf ihren Informationen glaube sie, dass in Syrien Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden. Sie habe dem Sicherheitsrat in New York deshalb empfohlen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzurufen, sagte Pillay.

Der französische UNO-Botschafter Gerard Araud machte den Sicherheitsrat für die anhaltende Gewalt „moralisch verantwortlich“. Es sei „skandalös“, dass das UNO-Gremium aufgrund des Widerstands einiger Mitglieder nicht dazu in der Lage sei, mit einer Resolution Druck auf die syrischen Behörden auszuüben, sagte Araud am Montag. Pillays Schilderungen seien das „Schlimmste“ gewesen, was er in den vergangenen zwei Jahren gehört habe, ergänzte Araud.

EU-Außenministerin Catherine Ashton hat angesichts der zunehmenden Repression vor einem „großen bewaffneten Konflikt“ in Syrien gewarnt. Immer mehr Menschen verteidigten sich nun mit Waffen gegen die Unterdrückung, sagte die Britin am Dienstag in Straßburg vor dem Europaparlament. Auch mehrere Europaabgeordnete warnten vor einem Bürgerkrieg in Syrien.


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