Österreicher würden für faire Produkte mehr zahlen

Konsumenten wünschen sich offenbar zunehmend Bekleidung, Spielsachen, Computer und Blumen, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Drei Viertel der Österreicher sind bereit, für diese sozial gerechten Produkte mehr zu zahlen, das ergab eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens AC Nielsen.

Die Einhaltung sozialer Mindeststandards forderten die Befragten am deutlichsten bei der Herstellung von Spielzeug (89 Prozent), bei der Kleidung verlangten dies 80 Prozent. Auch umweltfreundliche Herstellung und Transport erachten die Österreicher für wichtig.

Kinderarbeit ist den Österreichern ein Dorn im Auge. 88 Prozent der Befragten erachteten es als wichtig, dass Kleidung nicht von Kindern hergestellt wurde, bei Spielzeug waren dies sogar 92 Prozent. „Kinderarbeit ist vor allem dann ein Thema, wenn die Eltern zu wenig verdienen, um die ganze Familie ausreichend zu versorgen. In den Zulieferketten müssen endlich existenzsichernde Löhne bezahlt werden“, forderte Philip Doyle vom Südwind-Konsumentennetzwerk „I shop fair“. Neun von zehn Befragten forderten, dass Unternehmen soziale Mindeststandards einhalten.

Knapp drei Viertel der Befragten sind auf Nachfrage hin bereit, sich vor allem durch gezielte Käufe und Info-Weiterleitung an Freunde für die Einhaltung sozialer Mindeststandards einzusetzen, die Hälfte gab an, auch aktiv Informationen einholen oder sich an Unterschriftaktionen beiteiligen zu wollen.

Während bei Kleidung im Bezug auf schlechte Arbeitsbedingungen das Wissen der Bevölkerung bereits sehr verbreitet ist (88 Prozent), ist das Problembewusstsein bei Computer mit 22 Prozent am geringsten vorhanden. 59 Prozent der Befragten gaben an, schon über schlechte Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Spielzeug gehört zu haben, bei Schnittblumen waren dies ein Drittel.


Kommentieren


Schlagworte