Studiengebühren: ÖH ortet viel Unwissen in Debatte

In der aktuellen Diskussion über eine mögliche Wiedereinführung der Studiengebühren für alle Studenten ortet die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) viel Unwissen bei der Politik. Die SPÖ mache Vorschläge etwa für ein Kreditsystem, ohne die Details oder die Auswirkungen eines solchen Modells auf die Studenten zu kennen, kritisierte ÖH-Vizechef Schott am Mittwoch.

So berge das von Kanzler Faymann in Erwägung gezogene australische Modell zahlreiche Risiken. Bei bis zu 6.500 Euro Gebühren pro Jahr starte ein Student bei zehn Semestern Mindeststudiendauer mit einem „Schuldenberg“ von 32.500 Euro ins Berufsleben. Dass sich durch bestimmte Lebensumstände wie Berufstätigkeit, Familie oder Nebenjob das Studium verlängert, „klammert das System vollkommen aus“, so Schott. Männer brauchen in Australien durchschnittlich 17 Jahre zur Rückzahlung, Frauen seien wegen der durchschnittlich geringeren Einkommen benachteiligt und bräuchten sogar 51 Jahre.

Besonders ärgerlich ist für Schott angesichts der „krassen Unterfinanzierung der Hochschulen“, dass mit den Studiengebühren über „ein Prestigeprojekt der ÖVP“ statt über die Anhebung der Finanzierung des tertiären Sektors auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) diskutiert werde. Die Debatte der Politik über die Uni-Finanzierung laufe in Österreich unkoordiniert und chaotisch ab, so ÖH-Vertreterin Tinja Zerzer. „Es könnte eine Verwirrungstaktik sein, ich glaube aber, sie sind selber verwirrt.“

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