Forschern gelang erstmals echte Kommunikation mit Delfinen

Mittels technischer Hilfsmittel ist es einem Forscherteam gelungen, mit Delfinen in ihrer „Klangbild-Sprache“ zu „sprechen“.

Miami – Der britisch-amerikanischen Forschergruppe „SpeakDolphin“ ist ein bedeutender Durchbruch bei der Entzifferung der Delfin-Sprache gelungen. Den Wissenschaftern gelang es mithilfe technischer Geräte erstmals mit den Tieren in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren.

Die Forscher gehen davon aus, dass die hochintelligenten Meeressäuger eine „Klangbild-Sprache“ verwenden, bei der ein Objekt mittels eines akustischen Musters beschrieben wird. Wir Menschen nehmen dabei nur die typischen Klick- oder Kichergeräusche wahr.

Klangbild wird „weitergesagt“

„Wenn ein Delfin ein Objekt mit seinem Klangstrahl abtastet, erzeugt er damit jeweils ein Standbild - fast wie bei einer Kamera, die ein Foto macht“, versucht der englische Forscher John Stuart Reid zu erklären. „Mit anderen Worten: Der reflektierte Schall enthält für die Tiere ein Abbild des Objekts.“ Dieses Abbild können sie wiederum an Artgenossen „weitersagen“, indem sie den Schall imitieren. Der „Gesprächspartner“ kann das Klangbild dann genauso sehen, als hätte er das Objekt selbst abgetastet, heißt es in der Theorie.

Jetzt erreichten die Wissenschafter einen wichtigen Meilenstein in der Forschung. Sie waren in der Lage, die Klangbilder von acht Objekten herauszufinden und diese wiederzugeben, so dass sie Delfine aus zwei getrennten Forschungszentren verstanden. Ein Beleg dafür, dass Delfine eine universelle Sprache verwenden.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Gerät macht reflektierte Schallwellen sichtbar

Dem auf die Schliche gekommen sind die Forscher mithilfe des CymaScope - einem Gerät, das Schall sichtbar macht. Forschungsleiter Jack Kassewitz entdeckte damit in einem Experiment, dass unter Wasser befindliche Objekte - darunter ein Plastik-Würfel, eine Spielzeug-Ente und ein Blumentopf - die Klickgeräusche eines Delfins unterschiedlich reflektierten.

Er zeichnete die reflektierten Klangwellen der acht verschiedenen Objekte auf und spielte sie später dem Delfin einzeln vor. Dieser war in der Lage, die Objekte mit 86-prozentiger Genauigkeit zu identifizieren - ein Nachweis dafür, dass Delfine die Klänge wie Bilder verstehen. Kassewitz spielte die Klänge in der Folge auch noch einem anderen Delfin vor - der weder die Objekte je gesehen noch die Klänge je gehört hatte - und auch dieser erkannte die Gegenstände größtenteils richtig.

Meeressäuger mit Vorstellungskraft?

Kassewitz ist überzeugt davon, dass Delfine nicht nur Klangbilder wiedergeben können, sondern diese auch „erfinden“, indem sie sich einfach vorstellen, was sie kommunizieren wollen. „Es ist eine Herausforderung für uns Menschen einen Schritt aus unseren eigenen Denkprozessen herauszutreten und die Welt der Delfine wirklich verstehen zu lernen“, meint Kassewitz.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Fähigkeit des Menschen zur komplexen sprachlichen Kommunikation mit dem vergrößerten Hirnvolumen in Verbindung steht. Die Forschungsergebnisse könnten somit auch erklären, warum Delfine ebenfalls ein verhältnismäßig großes Gehirn haben. (siha, speakdolphin.com)


Kommentieren


Schlagworte