Rumäne zwölf Jahre unschuldig in Haft: Tochter will zwölf Mio. Euro

Die rumänische Justiz hat am Mittwoch einen Mann rehabilitiert, der unschuldig zwölf Jahre lang im Gefängnis saß. Marcel Tundrea war 1992 fä...

Die rumänische Justiz hat am Mittwoch einen Mann rehabilitiert, der unschuldig zwölf Jahre lang im Gefängnis saß. Marcel Tundrea war 1992 fälschlicherweise für Vergewaltigung und Mord an einer 13-Jährigen im südrumänischen Dorf Pojogeni zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. 2004 wurde er entlassen, 2007 starb er. Medienberichten zufolge fordert seine Tochter nun zwölf Millionen Euro Entschädigung.

Nachdem durch DNA-Tests die Unschuld Tundreas nachgewiesen worden war, wurde er aus der Haft entlassen. Der Mann starb jedoch 2007, noch bevor er endgültig freigesprochen und der wahre Täter verurteilt werden konnte. Laut Vize-Generalstaatsanwalt Marius Iacob ist der Fall Tundrea „der gravierendste Justizfehler in der Geschichte der rumänischen Kriminalistik“.

Die falschen Indizien, die zu Tundreas Verurteilung geführt hatten, waren dem Staatsanwalt von Titu Bondoc zugespielt worden. Bondoc, ein ehemaliges Mitglied des kommunistischen Geheimdiensts Securitate und späterer Offizier des rumänischen Geheimdiensts (SRI), heiratete nach Tundreas Verhaftung dessen Ex-Frau.

Der eigentliche Täter, Gheorghe A., ist kürzlich zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Nachdem er wegen eines anderen Mordes schuldig gesprochen worden war, hatte er sich zeitweise mit Marcel Tundrea sogar eine Gefängniszelle geteilt.

Tundreas Tochter fordert nun vom rumänischen Staat zwölf Millionen Euro Entschädigung - je eine Million Euro für jedes Haftjahr ihres Vaters. Dabei hatte sie ihn während seiner Zeit im Gefängnis verleugnet, nie besucht und auch nach seiner Entlassung jeglichen Kontakt vermieden. (APA)


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