Berlakovich kritisierte „Energie-Roadmap 2050“

Umweltminister Berlakovich hat sich kritisch über die von EU-Energiekommissar Oettinger vorgelegte „Energie-Roadmap 2050“ gezeigt. Am Rande des EU-Agrarrats in Brüssel sagte Berlakovich im Gespräch mit der APA, natürlich müsse sich Europa Gedanken über eine sichere Energieversorgung machen, die auch den Zielen des Klimaschutzes genüge. Atomkraft sei aber abzulehnen.

„Atomkraft ist keine nachhaltige Energie. Das muss man beim neuen Szenario nach Fukushima auch berücksichtigen. Der Weg Europas muss vielmehr in Richtung Triple-E gehen - Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbare Energie,“ so der Umweltminister. Es sei verständlich, wenn Oettinger mehrere Optionen vorlege. „Aber wir müssen uns auf breiter Ebene in Europa einsetzen, einen Weg aufzuzeigen, wie man aus der Atomkraft aussteigen kann“. Berlakovich lehnt ebenso die CCS-Technologie - Carbon Capture Storage, also die unterirdische CO2-Lagerung - ab. „Das ist gefährlich, das lehnen wir ab“.

Die Oettinger vorgestellte Roadmap sei „eine seriöse und wichtige Grundlage für eine langfristig ausgerichtete Weiterentwicklung der Energiepolitik“, sagte Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). In der Roadmap würden sich mehrere Szenarien finden. Eines sehe eine massiv verstärkte Energieeffizienz vor, eines einen noch einmal erweiterten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, eines berücksichtige den Atomkraftausbau und ein weiteres die Einlagerung von CO2 in geologischen Strukturen.

Außerdem drängte Berlakovich weiter auf das GVO-Selbstbestimmungsrecht beim Anbau von gentechnisch veränderten Organismen. Er erwarte, dass die EU-Kommission sich hier durchsetze. Es gebe allerdings den Widerstand einige anderer EU-Länder, die kein Selbstbestimmungsrecht wollten. „Wir wollen gentechnikfrei bleiben“, sagte Berlakovich.

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