Italiens Freundschaftspakt mit Tripolis in Kraft

Italiens Regierungschef Monti hat am Donnerstag in Rom den Vorsitzenden des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil, getroffen. Italien und Libyen wollen das unter Montis Vorgänger Silvio Berlusconi 2008 geschlossene bilaterale Freundschaftsabkommen reaktivieren, das nach dem libyschen Bürgerkrieg eingefroren worden war, kündigte Italiens Regierungschef an.

Das Kabinett in Rom werde hinzu eingefrorene libysche Gelder in Italien im Wert von 600 Millionen Euro wieder freigeben, berichtete Monti in Rom. Während des Bürgerkriegs waren die libyschen Gelder, darunter Beteiligungen an die Bank-Austria-Mutter UniCredit, eingefroren worden.

Jalil hob die engen Beziehungen zwischen seinem Land und dem halbstaatlichen italienischen Energiekonzern Eni hervor. Mit Enis Unterstützung sei 70 Prozent der Ölproduktion Libyens reaktiviert worden, berichtete Jalil. Monti lobte den Friedensprozess in Libyen. „Das libysche Volk krönt endlich seinen Traum von Demokratie und Freiheit, der von Anfang an seinen Kampf inspiriert hat“, kommentierte Monti. Italien werde Libyen beim Wiederaufbau des Landes unterstützen. Im Jänner will der italienische Premier nach Tripolis reisen.

Die ehemalige Kolonialmacht Italien war bis zum Beginn des Bürgerkriegs Mitte Februar der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner des libyschen Regimes von Muammar al-Gaddafi in Europa. 2008 unterzeichneten beide Länder ein Freundschaftsabkommen, das die Stärkung der Beziehungen vorsah. Das Abkommen verbietet die Nutzung italienischen Territoriums für Angriffe auf Libyen. Ex-Premier Berlusconi bezeichnete Gaddafi immer wieder als persönlichen Freund. Mehrmals wurde Gaddafi von Berlusconi als Ehrengast in Rom empfangen. Trotzdem beteiligte sich Italien an der NATO-Militäraktion gegen Gaddafi. Italien war unter den ersten Ländern, die den nationalen libyschen Übergangsrat während des Aufstandes gegen Gaddafi als legitime Regierung des Landes anerkannten.


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