Tadic am Donnerstagabend zu Blitzbesuch in Wien

Der serbische Präsident Boris Tadic kommt am Donnerstagabend zu einem Blitzbesuch nach Wien. Er wolle mit Bundespräsident Heinz Fischer die Gründe besprechen, aus denen Serbien nicht bereit sei, auf die UNO-Resolution 1244 zum Kosovo zu verzichten. Auch die Probleme im Nordkosovo würden ein Gesprächsthema sein, sagte Tadic gegenüber Belgrader Medien.

Aus der Wiener Präsidentschaftskanzlei hieß es, das Tadic werde um 18.30 Uhr mit Bundespräsident Fischer zusammentreffen. Das Treffen sei „ziemlich kurzfristig“ anberaumt worden.

Tadic sagte, dass er einen ständigen Dialog mit EU-Politikern stehe, um sie zu überzeugen, dass die UNO-Resolution nicht nur den Frieden in den Kosovo gebracht habe, sondern auch die Grundlage für die Lösung der Kosovo-Frage in der Zukunft darstelle. Serbien pocht auf die Resolution aus dem Jahr 1999, weil darin die Unverletzlichkeit der Staatsgrenzen des damaligen Jugoslawiens bestätigt worden ist.

Der Kosovo hat sich im Februar 2008 von Serbien losgesagt, auch Österreich hat die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt. Innerhalb der EU galt Österreich bisher als einer der größten Fürsprecher Serbiens, doch serbischen Medienberichten zufolge sollen beim EU-Gipfel in der Vorwoche gerade Wien und Berlin die größten Einwände gegen den EU-Kandidatenstatus Serbiens erhoben haben.

Belgrad bemüht sich derzeit, die Frage der künftigen Teilnahme des Kosovo an regionalen Treffen unter Berufung auf die UNO-Resolution 1244 zu lösen. Belgrad setzt sich dafür ein, dass der Kosovo bei regionalen Treffen unter der Bezeichnung „Kosovo UN1244“ teilnimmt. Für Pristina ist dies unannehmbar. Tadic hatte am Freitag erklärt, dass Belgrad von der Europäischen Union aufgefordert worden sei, auf diese Resolution zu verzichten.


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