Brennerbasistunnel laut Fekter nicht „ohne Wenn und Aber“

Der Tunnel sei nicht in erster Linie ein Finanzierungsproblem, aber sie habe darauf zu achten, dass es finanziell nicht aus dem Ruder laufe, so Finanzministerin Maria Fekter

Vomp – Immer wieder schaut Johann Herdina auf seine Taschenuhr und mahnt zur Eile. Die ÖBB stehe für Pünktlichkeit, argumentiert er. Und Finanzministerin Maria Fekter soll auf keinen Fall zu spät zu ihrem nächsten Termin kommen.

So wie der ÖBB-Geschäftsbereichsleiter der Unterinntaltrasse genauestens das Zeitbudget beim Lokalaugenschein der Ministerin auf der Unterinntaltrasse managt, so genau nimmt es die Ministerin mit den Finanzen. „Ich stelle den Brennerbasistunnel nicht in Frage, kann aber nicht sagen, ohne wenn und aber. Ich halte mich an bestehende Verträge, aber ich habe darauf zu achten, dass das nicht finanziell aus dem Ruder läuft“, wurde Maria Fekter beim Pressegespräch im ÖBB-Büro in Vomp deutlich. Sie könne nicht einfach einen Schuldenberg bis zum Jahr 2073 absegnen, der nachfolgende Generationen belastet.

Im Gegensatz zu der langfristigen Finanzierungsfrage seien die Errichtungskosten von neun bis zehn Milliarden Euro nicht das wirkliche Problem. „Ohne Verkehrswege entsteht keine Wirtschaft. Um so mehr die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut wird, desto mehr wird die Wirtschaft gestärkt“, argumentierte Fekter. Man müsse zudem die Infrastruktur und die Kosten für den operativen Bereich differenziert betrachten.

Genau das habe der Rechnunghof nicht getan und auch die Finanzierungskosten eingerechnet, kritisierte Nationalrat Hermann Gahr und sprach von einem „wilden Zahlenspiel“.

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Johann Herdina wies darauf hin, dass bei der Unterinntaltrasse eine „absolute Kostenstabilität seit dem Jahr 2008“ gelungen sei. Man habe mehr als 40 Millionen Euro einsparen können. Die Errichtungskosten belaufen sich laut Herdina auf 2,358 Milliarden Euro. (ad)

Mehr über den Besuch der Ministerin Fekter können Sie in der Freitagsausgabe der TT lesen.


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