Olsson neuerlich Schnellster in Gröden - Kröll Zweiter

Auch Baumann und Puchner landeten wieder im Spitzenfeld. Scheiber überstand einen Sturz glimpflich.

Wolkenstein/Grödnertal – Wie am Mittwoch war Hans Olsson auch am Donnerstag Schnellster im Abfahrts-Training der alpinen Ski-Herren in Gröden. Der Schwede distanzierte die Konkurrenz klar, der zweitplatzierte Steirer Klaus Kröll hatte bereits 1,22 Sekunden Rückstand, auf Rang drei folgte der Deutsche Tobias Stechert (1,76). Am Freitag steht im Grödnertal der Super G auf dem Programm, am Samstag folgt die Abfahrt (jeweils 12.15 Uhr).

Nebel erneut Spielverderber

Wie am Mittwoch wurde auch das Training am Donnerstag vom Nebel gestört. Einige Unterbrechungen waren die Folge, die Session dauerte knapp drei Stunden. Romed Baumann war als Fünfter zweitbester Österreicher, Joachim Puchner zeigte als Neunter neuerlich, dass er auf der Saslong gut zurecht kommt. Mario Scheiber stürzte einen Tag vor seinem Renn-Comeback, kam aber mit dem Schrecken davon.

„Komisch ist das schon ein bisschen, dass ich so schnell bin. Sogar ich selbst bin überrascht“, meinte Olsson nach seinem Bestzeiten-Doppelpack in den Gröden-Trainings. Der 27-jährige Bruder von Freestyle-Star und Neo-Alpin-Fahrer Jon Olsson war bisher zweimal im Weltcup auf dem Podest, 2008 in Lake Louise und 2009 in Aare war der Wahl-Innsbrucker (seit 2008) jeweils Dritter.

Kröll schiebt Olsson Favoritenrolle zu

„Ich fühle mich einfach wohl hier, es geht alles sehr einfach. Und der Schnee passt mir perfekt“, beschrieb Olsson, dass ihm das Fahren auf der Saslong bisher sehr leicht fällt. Mit spielerischer Leichtigkeit bewältigte der Langzeit-Freund der schwedischen Alpin-Fahrerin Maria Pietilä-Holmner die technisch so anspruchsvolle Ciaslat-Wiese und zeigte zudem sensationelle Gleiterfähigkeiten. Offen ist natürlich, wie sich die Strecke bis Samstag aufgrund des prognostizierten Neuschnees (Freitag) und den angesagten kälteren Temperaturen (Samstag) entwickeln wird.

Auch Kröll, der Olsson noch am nächsten kam, adelte Olsson zum ersten Sieganwärter für Samstag: „Olsson wird sehr schwer zu schlagen sein, er ist sicher Topfavorit.“ Aber auch der Steirer steckt sich hohe Ziele. „Ich erwarte mir schon einiges, meine Abstimmung passt sehr gut. Ich muss in den entscheidenden Passagen Gas geben, dann kann ich sicher ums Stockerl mitfahren.“

Baumann rechnet sich Chancen aus

Baumann ist ähnlich zuversichtlich wie sein Salomon-Teamkollege Kröll. „Wenn alles fair über die Bühne geht, also ohne Neuschnee und Wind, dann habe ich am Samstag sicher gute Chancen“, meinte der Tiroler. Der Riesenrückstand von 1,98 Sekunden auf Olsson gab aber auch Baumann zu denken. „Ich wüsste nicht, wo ich noch zwei Sekunden herausholen könnte. Aber vielleicht hat ja der Servicemann noch ein Ass im Ärmel.“

Eine Schrecksekunde erlebte ausgerechnet Scheiber, der in Gröden nach fast elf Monaten Rennpause in den Weltcup zurückkehrt. Der Osttiroler kam nach einem Innenskifehler zu Sturz, blieb aber unverletzt. „Fliegen ist nie gut. Aber wenigstens habe ich gesehen, dass alles hält“, sagte der schon von zahlreichen schweren Verletzungen gebeutelte Scheiber. Auch Scheiber wird vor Abfahrt am Samstag die pfeilschnelle Linie von Trainingsdominator Olsson auf Video studieren. (APA)

Ergebnisse vom zweiten und letzten Abfahrts-Training der alpinen Ski-Herren am Donnerstag in Gröden:

1. Hans Olsson (SWE) 1:57,48 Minuten

2. Klaus Kröll (AUT) + 1,22 Sekunden

3. Tobias Stechert (GER) 1,76

4. Adrien Theaux (FRA) 1,93

5. Romed Baumann (AUT) 1,98

6. Jan Hudec (CAN) 2,06

7. Marc Gisin (SUI) 2,27

8. Didier Cuche (SUI) 2,34

9. Joachim Puchner (AUT) 2,37

10. Erik Guay (CAN) 2,47.

Weiter:

15. Max Franz (AUT) 2,72

16. Bode Miller (USA) 2,76

17. Hannes Reichelt (AUT) 2,82

19. Georg Streitberger (AUT) 2,89

23. Aksel Lund Svindal (NOR) 3,20

28. Otmar Striedinger (AUT) 3,69

35. Johannes Kröll (AUT) 4,09

45. Matthias Mayer (AUT) 4,70

52. Markus Dürager (AUT) 5,25

55. Bernhard Graf (AUT) 5,34

62. Manuel Kramer (AUT) 6,56

Ausgeschieden: u.a. Mario Scheiber (AUT)


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