„The Artist“ und „The Help“ als heiße Favoriten

Sechs Nominierungen gab es für „The Artist“, je fünf Nominierungen bekamen „The Descendants“ und „The Help“.

Los Angeles - Mit den Nominierungen für die Golden Globes-Verleihung hat am Donnerstag eine für Oscar-Anwärter spannende Woche ihren ersten Höhepunkt erreicht. Sie zählen neben einzelnen bereits vergebenen Filmkritikerpreisen sowie den gestern, Mittwoch, verlautbarten Nominierungen für die Screen Actors Guild Awards als Trendbarometer für die Oscar-Nominierungen, die am 24. Jänner verkündet werden. Mit dem Schwarz-Weiß-Stummfilm „The Artist“, der gleich sechs Golden-Globe-Gewinnchancen hat, sowie „The Help“ und „The Descendants“ kristallisieren sich bisher drei starke Favoriten heraus.

Als „Liebesbrief an Hollywood“ bezeichnet Michel Hazanavicius seinen Film „The Artist“ gegenüber dem Branchenblatt „Hollywood Reporter“. „Ich fühle mich glücklich, stolz und aufgeregt, inmitten solch brillanter Filme vertreten zu sein“, so der Regisseur in einer ersten Reaktion auf die Golden-Globe-Nominierung. Der Streifen über einen Stummfilmstar in den USA der 20er Jahre wurde u.a. in den Kategorien für den besten Hauptdarsteller, das beste Drehbuch und das beste Musical bzw. die beste Komödie bedacht. In letzterer Kategorie steht er zwei weiteren nostalgisch angehauchten Werken gegenüber: Woody Allens viermal nominiertem Ausflug in das historische Paris, „Midnight in Paris“, sowie der britischen Produktion „My Week with Marilyn“, in der Michelle Williams die legendäre Monroe mimt. Ebenfalls Chancen auf die Trophäe haben die Krebs-Komödie „50/50“ sowie der Kassenschlager „Brautalarm“.

In der Königssparte „Bestes Drama“ stehen sich indes die bereits vielerorts als Oscar-Favoriten betitelten Filme „The Help“ und „The Descendants“ gegenüber, die jeweils fünfmal nominiert sind. Neben George Clooneys Polit-Drama „The Ides of March“ und dem Sportdrama „Moneyball“ - beide wurden mit jeweils vier Nominierungen bedacht - finden sich mit Martin Scorsese („Hugo Cabret“) und Steven Spielberg („War Horse - Gefährten“) auch zwei Regie-Urgesteine im Kampf um die begehrte Trophäe.

Scorsese ist auch in der Regie-Kategorie vertreten und muss sich hier gegen Woody Allen („Midnight in Paris“), Michel Hazanavicius („The Artist“), Alexander Payne („The Descendants“) und George Clooney („The Ides of March“) behaupten. Clooney kann sich für seine Rolle in „The Descendants“ auch in der Sparte „Bester Schauspieler in einem Filmdrama“ Chancen ausrechnen, wo er neben Leonardo DiCaprio, Michael Fassbender und Brad Pitt auch auf Ryan Gosling trifft, den er in seinem Regiewerk „The Ides of March“ in Szene setzte. Durchstarter Gosling ist ebenfalls doppelt nominiert: In der Sparte „Bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical“ misst er sich mit Jean Dujardin, Brendan Gleeson, Joseph Gordon Levitt und Owen Wilson.

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Bei den weiblichen Kontrahentinnen stoßen in der „Drama“-Sparte Hollywoodgrößen wie Tilda Swinton, Glenn Close und Meryl Streep auf die Newcomerinnen Viola Davis und Rooney Mara. In der Kategorie „Komödie/Musical“ können sich Christoph Waltz‘ Filmkolleginnen aus „Carnage - Gott des Gemetzels“, Kate Winslet und Jodie Foster, ebenso Hoffnungen machen wie Charlize Theron, Kristen Wiig und Michelle Williams. Die Trophäe für den besten Nebendarsteller könnte u.a. an Sigmund-Freud-Darsteller Viggo Mortensen („A Dangerous Method“) gehen. Angelina Jolie wird bei der Verleihung erstmals als Regisseurin im Publikum sitzen: Ihr Balkan-Drama „In the Land of Blood and Honey“ ist als „Bester Ausländischer Film“ nominiert, ebenso wie der iranische Berlinale-Sieger „Nader und Simin - Eine Trennung“.

Mit gleich vier Nominierungen für „The Ides of March“ hat der Verband der Auslandspresse (HFPA) einen Film bedacht, der bei den US-Kritikerpreisen bisher leer ausgegangen ist. Während die in Los Angeles basierenden Filmkritiker „The Descendants“ zum besten Film kürten, entschieden sich die New Yorker Filmkritiker für „The Artist“. Der Stummfilm gilt ebenso wie Scorseses „Hugo Cabret“ mit jeweils elf Nominierungen als Favorit für die Critics Choice Awards, die drei Tage vor den Golden Globes vergeben werden. Scorseses 3D-Streifen wurde indes vom National Board of Review zum besten Film gekürt. Als Oscar-Vorboten gelten auch die Nominierungen für die angesehenen Preise des Schauspielerverbands (SAG). Bei den Screen Actors Guild Awards, die am 29. Jänner verliehen werden, führen „The Artist“ und das Südstaatendrama „The Help“ die Nominiertenliste mit jeweils drei Nennungen an.

Die Golden Globes - nach den Oscars die wichtigsten US-Filmtrophäen - werden am 15. Jänner in Beverly Hills in 25 Film-und Fernsehkategorien vergeben. Trotz Eklats im Vorjahr wird der britische Komiker Ricky Gervais erneut durch die Zeremonie leiten, bei der die 90 internationalen Journalisten der Hollywood Foreign Press Association bereits zum 69. Mal die begehrten Preise vergeben. Anders als bei den Oscars werden hier auch Fernsehproduktionen berücksichtigt. Als Favoriten unter den Drama-Serien gelten „Boardwalk Empire“ und „American Horror Story“; in der Musical-Kategorie hat die High-School-Serie „Glee“ Chancen auf eine Auszeichnung.

Die wichtigsten Nominierungen:

Bestes Filmdrama:

„The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten“

„The Help“

„Hugo Cabret“

„The Ides of March - Tage des Verrats“

„Moneyball“

„War Horse - Gefährten“

Beste Komödie oder bestes Musical:

„50/50“

„The Artist“

„Bridesmaids - Brautalarm“

„Midnight in Paris“

„My Week With Marilyn“

Bester ausländischer Film:

„Jing Ling Shi San Chai - The Flowers of War“ (China)

„The Land Of Blood And Honey“ (USA)

„Le Gamin au Velo - The Kid With A Bike“ (Belgien)

„Jodaelye Nader az Simin - Eine Trennung“ (Iran)

„La piel que habito - Die Haut in der ich wohne“ (Spanien)

Beste Regie:

Woody Allen („Midnight in Paris“)

George Clooney („The Ides of March - Tage des Verrats“)

Michel Hazanavicius („The Artist“)

Alexander Payne („The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten“)

Martin Scorsese („Hugo Cabret“)

Bester Schauspieler in einem Filmdrama:

George Clooney („The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten“)

Leonardo DiCaprio („J.Edgar“)

Michael Fassbender („Shame“)

Ryan Gosling („The Ides of March - Tage des Verrats“)

Brad Pitt („Moneyball - Die Kunst zu gewinnen“)

Beste Schauspielerin in einem Filmdrama:

Glenn Close („Albert Nobbs“)

Viola Davis („The Help“)

Rooney Mara („The Girl with the Dragon Tatoo - Verblendung“)

Meryl Streep („The Iron Lady“)

Tilda Swinton („We Need to Talk about Kevin“)

Bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical:

Jean Dujardin („The Artist“)

Brendan Gleeson („The Guard“)

Joseph Gordon-Levitt („50/50“)

Ryan Gosling („Crazy, Stupid, Love“)

Owen Wilson („Midnight in Paris“)

Beste Schauspielerin in einer Komödie oder einem Musical:

Jodie Foster („Carnage“)

Charlize Theron („Young Adult“)

Kristen Wiig („Bridesmaids“)

Michelle Williams („My Week With Marilyn“)

Kate Winslet („Carnage“)

Beste Nebendarstellerin in einem Film:

Berenice Bejo („The Artist“)

Jessica Chastain („The Help“)

Janet McTeer („Albert Nobbs“)

Octavia Spencer („The Help“)

Shailene Woodley („The Descendants“)

Bester Nebendarsteller in einem Film:

Kenneth Branagh („My Week with Marilyn“)

Albert Brooks („Drive“)

Jonah Hill („Moneyball“)

Viggo Mortensen („A Dangerous Method - Eine dunkle Begierde“)

Christopher Plummer („Beginners“)

(APA/dpa)


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