Frankreichs Ex-Präsident Chirac will nicht in Berufung gehen

Chirac habe die „nötige Kräfte“ nicht mehr. Er freue sich, dass seine damaligen Mitarbeiter nicht bestraft wurden.

Paris – Nach seiner Verurteilung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder will Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac nicht in Berufung gehen. Er besitze nicht mehr die „nötigen Kräfte, um vor neuen Richtern einen Kampf um die Wahrheit zu führen“, teilte der Altpräsident am Donnerstagabend mit. Er weise das Urteil aber „kategorisch“ zurück. Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Er freue sich, dass seine damaligen Mitarbeiter nicht bestraft wurden. „Ich war der Bürgermeister“, sagte Chirac. Deshalb sei es an ihm allein, Verantwortung zu übernehmen. Richter Dominique Pauthe befand Chirac für schuldig, in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister Anfang der 90er Jahre ein System von Scheinarbeitsstellen geschaffen zu haben. Der Angeklagte habe öffentliche Gelder veruntreut und Vertrauensmissbrauch begangen.

Der konservative Politiker bezahlte Anfang der 90er Jahre knapp dreißig Mitarbeiter aus der Pariser Stadtkasse, obwohl sie gar nicht für die Stadtverwaltung arbeiteten. Einige waren laut Gericht für Chiracs damalige Partei RPR aktiv, die den Präsidentschaftswahlkampf vorbereitete. Andere bekamen reine Gefälligkeitsjobs. (APA/AFP/dpa)

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