Welthandelsorganisation warnt vor zunehmendem Protektionismus

Hemmnisse für den Welthandel seien jedoch „die schlechteste Antwort auf die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen“.

Genf – Die Welthandelsorganisation (WTO) hat vor den Gefahren zunehmender Handelsbeschränkungen gewarnt. In einigen Teilen der Welt nehme der Protektionismus zu, sagte der nigerianische Handelsminister Olusegun Aganga am Donnerstag bei einem WTO-Ministertreffen im schweizerischen Genf.

Hemmnisse für den Welthandel seien jedoch „die schlechteste Antwort auf die derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen“. Die Welthandelsorganisation müsse daher weiter daran arbeiten, Handelsbeschränkungen zwischen Staaten abzubauen, sagte Aganga.

WTO-Chef Pascal Lamy sagte bei der Konferenz, durch Protektionismus gingen bis zu 800 Milliarden Dollar (614 Mrd. Euro) verloren. Eine Gruppe von Teilnehmern des Treffens, darunter auch die Europäische Union und die USA, beantragten, alle seit der Finanzkrise des Jahres 2008 in der Welt errichteten Handelshemmnisse pauschal zurückzunehmen. Schwellenländer wie Brasilien, China und Indien schlossen sich der Forderung jedoch nicht an.

Regierungsvertreter der WTO-Mitgliedsländer sind in Genf zu einem dreitägigen Treffen versammelt. Erst kürzlich hatte die Organisation ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Exporte im laufenden Jahr von 6,5 auf 5,8 Prozent gesenkt. Es wird erwartet, dass die 153 WTO-Staaten am Freitag über eine Aufnahme Russlands in die Organisation entscheiden. Russland ist als einziger großer Staat bisher nicht WTO-Mitglied. (APA/AFP)

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