Ratingagentur S&P sieht Rezession 2012 in Österreich

Exportländer wie Österreich seien für eine Rezession besonders anfällig. Die Ratingagentur Moody‘s stufte Belgien um zwei Stufen herab.

London - Die Nettoexportnationen der Eurozone sind nach Einschätzung der US-Ratingagentur Standard & Poor‘s besonders stark durch eine Rezession gefährdet. Schwächere Exporte und die Schwierigkeiten im Finanzsektor könnten im Jahr 2012 die Wirtschaft belasten, schreibt S&P in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Die betroffenen Länder sind Österreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien und Finnland.

Ein Versagen bei der Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone könnte die wirtschaftliche Abschwächung noch verstärken, heißt es in der Studie. Angesichts der gestiegenen Risiken erwarte man in der Eurozone insgesamt eine schwere wirtschaftliche Rezession im kommenden Jahr. Dabei könnten die fünf Nettoexportländer einen stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung erleiden als die sogenannten Peripherieländer.

Ein ähnliches Bild habe sich bereits im Jahr 2009 gezeigt, als die fünf Länder einen stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung erlitten hätten als beispielsweise Spanien. Angesichts der strikten Sparmaßnahmen in der Eurozone erwartet S&P im Jahr 2012 im Gegensatz zum Jahr 2009 keine Unterstützung der Wirtschaft durch die Staatsausgaben.

Moody‘s stuft Belgien herab

Die Ratingagentur Moody‘s hat wegen der Euro-Schuldenkrise die Kreditwürdigkeit Belgiens herabgestuft. Moody‘s begründete den Schritt am Freitag mit der Tatsache, dass es Euro-Ländern mit einem relativ hohen Schuldenstand wie Belgien zunehmend schwerer falle, sich an den Märkten Geld zu beschaffen. Die Agentur senkte die Note für Belgien um zwei Stufen auf „Aa3“.

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Fitch nimmt Reihe von Eurostaaten ins Visier

Auch die US-Ratingagentur Fitch hat wegen der Schuldenkrise in der Eurozone eine Reihe von Mitgliedsstaaten ins Visier genommen. Belgien, Spanien, Slowenien, Italien, Irland und Zypern wird kurzfristig mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Die entsprechenden Ratings seien mit einem negativen Kreditausblick (Rating Watch Negativ) versehen worden, teilte Fitch am Freitag in London mit. Die betroffenen Länder haben derzeit keine Topbonität, liegen mit ihren Noten aber über Ramsch-Niveau.

Zudem hat Fitch den Ausblick für die französische Kreditwürdigkeit von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Die Bestnote „AAA“ wurde jedoch zunächst bestätigt. Im Gegensatz zu den anderen sechs Ländern droht Frankreich nicht kurzfristig eine Herabstufung, sondern erst innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Chance, dass Frankreich seine Bestnote in diesem Zeitraum verliert, liege leicht über 50 Prozent, schreibt Fitch. (APA/dpa-AFX/Reuters/AFP)


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