Laser-Ass Geritzer greift vor Fremantle nach WM-Medaille

Das Duo Delle Karth/Resch fuhr in der 49er-Klasse zwei Tagessiege ein.

Fremantle – Laser-Segler Andreas Geritzer liegt vor Fremantle voll auf WM-Medaillenkurs. Dank der Plätze fünf und sechs behielt der Burgenländer auch am Samstag im Punktekrimi an der westaustralischen Küste die Nerven. Damit qualifizierte sich der 34-Jährige als Vierter souverän für das abschließende Medal Race am Sonntag. Auch Österreichs 49er-Top-Duo Nico Delle Karth/Niko Resch ist nach zwei Tagessiegen in der Medaillenentscheidung am Schlusstag dabei.

Die minimalen Abstände garantieren einen packenden Zielsprint in der Laser-Klasse. Titelverteidiger und Lokalmatador Tom Slingsby wird seine dritte Goldmedaille kaum noch zu nehmen sein, für Silber und Bronze kommen dafür gleich sechs Segler infrage. Geritzer trennten vor der letzten Wettfahrt der Top Ten nur vier Zähler vom Silberrang, auf Bronze fehlte sogar nur ein einziger Punkt.

„Ich bin mit dem heutigen Tag sehr zufrieden. Es hat phasenweise schon schlechter ausgesehen, aber ich bin ruhig und vor allem konzentriert gesegelt. Die Ergebnisse stimmen mich sehr zuversichtlich. Ich habe hier viel Spaß, fühle mich frisch und voller Energie und will diese geniale Woche natürlich krönen“, betonte Geritzer.

Der Olympia-Zweite von Athen 2004 und aktuelle EM-Dritte wusste aber auch, dass noch ein hartes Stück Arbeit vor ihm liegt. „Wenn sechs Boote um zwei Medaillen segeln, muss man nicht viel rechnen. Da gibt es nichts zu verteidigen, ich werde voll attackieren und meine Linie durchziehen“, verriet Geritzer seine Taktik fürs Medal Race.

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Die zweifachen Gesamt-Weltcup-Sieger Delle Karth/Resch hatten nach dem Befreiungsschlag am Samstag als Gesamtsiebente ebenfalls noch eine rechnerische Chance auf das WM-Podest. Mit zwei Wettfahrts-Siegen und einem achten Rang machten sie den scheinbar schon unmöglich scheinenden Einzug ins Medal Race noch perfekt. Mit einem weiteren Wettfahrtssieg am Schlusstag ist für die Weltranglistenzweiten und EM-Dritten nun sogar noch Bronze möglich, vorausgesetzt die Konkurrenten patzen entsprechend.

„Die Medaille ist rechnerisch möglich, die Chance ist aber so gering, dass wir uns damit nicht wirklich beschäftigen. Wir werden alles in die Waagschale werfen, mal sehen was dabei rauskommt“, lautete die realistische Einschätzung von Steuermann Delle Karth, der mit dem vorletzten WM-Tag vollauf zufrieden war. „Es war ein gewaltiger Tag und der längst fällige Befreiungsschlag.“

Bei konstanten Verhältnissen legten der Tiroler und sein Kärntner Vorschoter drei optimale Starts hin und profitierten von ihrer sehr guten Geschwindigkeit. „Mit der Nationenqualifikation für die Olympischen Sommerspiele und dem Medal Race haben wir unsere Ziele verwirklicht, jetzt wollen wir uns mit einer weiteren guten Leistung von dieser Weltmeisterschaft verabschieden“, lautete die Zielsetzung für den Schlusstag.

Thomas Zajac und Thomas Czajka beendeten die Titelkämpfe auf Rang 28, Lara Vadlau und Eva Maria Schimak segelten bei ihrer 470er-WM-Premiere auf Platz 32 und schlossen damit die Nationenqualifikation auf Platz 20 ab. Vadlau/Schimak wollen nun im kommenden Mai bei der WM vor Barcelona einen von fünf noch ausständigen Quotenplätze für die Sommerspiele in London (27.7. bis 12.8.2012) ergattern.

Österreichs Segelverband (OeSV) durfte bereits vor dem Schlusstag ein ausgesprochen positives Resümee ziehen. Mit drei Olympia-Quotenplätzen und zwei Booten im Medal Race haben die rot-weiß-roten Asse die Hausaufgaben bei der WM mit Bravour gemeistert. Die tolle Bilanz könnte am Sonntag noch mit einer Medaille gekrönt werden.

Zwischenstände der Segel-Weltmeisterschaften vor Fremantle nach den Samstag-Regatten:

Laser (149 Starter, 10 Wettfahrten, 1 Streicher): 1. Tom Slingsby (AUS) 35 - 2. Simon Groteluschen (GER) 49 - 3. Nick Thompson (GBR) 52 - 4. Andreas Geritzer (AUT) 53 (Top Ten im Medal Race am Sonntag).

49er (67 Mannschaften,15 Wettfahrten, 1 Streicher): 1. Nathan Outteridge/Ian Jensen (AUS) 85 - 2. Emil und Simon Toft Nielson (DEN) 102 - 3. John Pink/Rick Peacock (GBR) 106. Weiter: 7. Nico Delle Karth/Niko Resch (AUT) 123 (Top Ten im Medal Race am Sonntag). Weiter: 28. Thomas Zajac/Thomas Czajka (AUT) 162

470er Damen (48 Mannschaften, 10 Wettfahrten, 1 Streicher): 1. Tara Pacheco/Berta Betanzos (ESP) 49. Weiter: 32. Lara Vadlau/Eva Maria Schimak 255


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