Weltmusik-Star Cesaria Evora mit 70 Jahren gestorben

Die kapverdische Sängerin, die immer barfuß auftrat, erlag einer akuten schweren Herz- und Atemschwäche. Sie wird am Dienstag beigesetzt.

Praia – Die am Samstag im Alter von 70 Jahren verstorbene Weltmusikerin Cesaria Evora wird am Dienstag auf dem Friedhof ihrer Heimatinsel Sao Vicente (Kapverde) begraben, kündigten die Behörden am Sonntag an. Zuvor wird der Leichnam der „barfüßigen Diva“ in der Residenz ihrer Familie in Mindelo aufgestellt, bevor er dann im Rathaus geehrt wird und am frühen Abend schließlich auf den Friedhof kommt.

Die am 27. August 1941 geborene Sängerin aus dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde war in Mindelo in einem Krankenhaus verstorben. Evora sei einer „akuten, schweren Herz- und Atem-Schwäche“ erlegen, sagte der Klinikdirektor auf der Insel Sao Vicente der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Evora sei zuletzt abwechselnd bei Verstand und bewusstlos gewesen.

Musiker Peter Maffay, der mit Evora gearbeitet hatte, sagte der dpa in Berlin, er habe die Sängerin sehr bewundert. „Das war eine großartige Dame mit einer wunderschönen Musik, die sie machte.“ Für die musikalische Welt sei ihr Tod „ein absoluter Verlust“. Brasiliens Ex-Kulturminister, der Musiker Gilberto Gil, schrieb auf Twitter: „Sie war eine der besten Sängerinnen überhaupt, eine süße Frau. Wie traurig!“

In Portugal, der ehemaligen Kolonialmacht Kap Verdes, gab es am Samstag vor Spielen der Fußballliga Trauerminuten, es wurden Evora-Lieder gesungen, auf den Rängen flossen Tränen. Die portugiesische Zeitung „Publico“ titelte am Sonntag: „Frau Musik ist tot.“ „Stimmen wie diese gibt es kein zweites Mal“, meinte der französische Sänger Bernard Lavilliers, der mit Evora im Duo sang. Die Kapverderin habe das Niveau von Nina Simone, Bessie Smith und Ella Fitzgerald gehabt.

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Während die Regierung in Kap Verde eine zweitägige Staatstrauer ausrief, pilgerten am Wochenende Hunderte von Menschen zum Haus Evoras in Mindelo. Die „barfüßige Diva“, wie Evora genannt wurde, weil sie zur Ehre der Armen ihrer afrikanischen Heimat immer ohne Schuhe auftrat, hatte erst vor knapp drei Monaten aus gesundheitlichen Gründen das Ende ihrer Karriere verkündet. Mehrere Konzerte ihrer damals noch laufenden Welttournee wurden zur Enttäuschung der Fans abgesagt. (APA/dpa/AFP)


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