Nach Mord: Protest gegen Rassismus in Florenz

Nachdem ein Rechtsextremist am Dienstag in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler erschossen und drei weitere Afrikaner verletzt hat, sind am Samstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus zu protestieren, berichteten italienische Medien. Auch nahmhafte Politiker nahmen an der Großkundgebung teil.

An der Großkundgebung in Florenz beteiligten sich unter anderem der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, und Pierluigi Bersani, Chef der zweitstärksten italienischen Gruppierung, der Demokratischen Partei (PD). „Wir lehnen die Kultur der Gewalt ab“, war auf einem Spruchband zu lesen.

Die Demonstranten versammelten sich auf der Piazza Dalmazia, auf dem die zwei Senegalesen erschossen wurden. An der Kundgebung beteiligten sich Angehörige der Opfer und Mitglieder der senegalesischen Gemeinschaft in Italien.

„Der Vorfall in Florenz ist ein unerträglicher Akt der Gewalt, der Terror auslöst. Wir müssen geschlossen für eine Kultur der Integration arbeiten“, sagte Italiens Integrationsminister Andrea Riccari Riccardi. Der Bürgermeister von Florenz Renzi warnte vor dem Schreckgespenst des Fanatismus in der toskanischen Hauptstadt. Das traditionell linke Florenz besitze jedoch „ausreichend Antikörper“ gegen Rassismus.

Die senegalesische Regierung forderte von den italienischen Justizbehörden eine rasche Klärung der Hintergründe des Vorfalls. Die italienische Justiz ermittelt gegen rechtsextreme Gruppen, die im Internet nach dem Vorfall in Florenz zu weiteren Hetzkampagnen gegen Einwanderer aufgerufen haben.

Zugleich kreisen die Ermittlungen rund um den 50-jährigen Gianluca Casseri, der sich nach dem Angriff auf die Senegalesen in Florenz das Leben genommen hat. Die Polizei geht davon aus, dass Casseri auf weitere Straßenhändler geschossen hätte, wäre er nicht von den Sicherheitskräften in die unterirdische Garage getrieben worden, in der er sich dann das Leben nahm.


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