EU-Kommissar Hahn kritisiert: Integration zu langsam

Für die „Zukunftsfähigkeit des Integrationsprojekts“ fordert Johannes Hahn mehr Macht für die EU-Kommission und das Europäische Parlament.

Wien - Für den österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn (V) dauert die Vertiefung der Europäischen Union „zu lange“. Es brauche ein stärkeres Bekenntnis zur politischen Integration des Kontinents. Die Idee einer Reduktion Europas ausschließlich auf den Binnenmarkt sei „unrealistisch und unehrlich“, erklärte der Politiker gegenüber dem Magazin „trend“ laut einer Vorausmeldung vom Sonntag.

Der ehemalige Wissenschaftsminister fordert mehr Macht für die EU-Kommission und das Europäische Parlament. Es sei die „wirklich entscheidende Frage für die Zukunftsfähigkeit des Integrationsprojekts, wie wir Europa politischer machen können, wie wir eine weitere Demokratisierung auf europäischer Ebene vorantreiben“ können. Es gebe ein „plötzliche Vertiefungen der Integration, die ohne Krise nicht möglich gewesen wären. Wir erleben, dass eine Krise auch eine Chance sein kann“, erklärte der ehemalige Wissenschaftsminister.

Dazu müssten die nationalen Politiker allerdings bereit sein, Kompetenzen abzugeben. „Das ist aber nicht das gewöhnliche Verhaltensmuster eines Alphatiers - und Spitzenpolitiker sind eben nun einmal Alphatiere.“ (APA)


Kommentieren


Schlagworte